Stand: 27.02.2019 17:32 Uhr

Tarifkonflikt: 3.000 Teilnehmer bei Warnstreik-Demo

Einen Tag vor der dritten Verhandlungsrunde im öffentlichen Dienst sind in Schwerin am Mittwoch Landesbeschäftigte aus ganz Mecklenburg-Vorpommern zu einer Großdemonstration für mehr Lohn zusammengekommen. Nach Angaben der teilnehmenden Gewerkschaften zogen rund 3.000 Lehrer, Verwaltungs-, Polizei- und Justizangestellte, Förster und Feuerwehrleute durch die Schweriner Innenstadt. Dabei stoppten sie auch zu einer Kundgebung vor dem Finanzministerium und der Staatskanzlei. Landesweit hatten Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes 28.000 Beschäftigte zur Arbeitsniederlegung aufgerufen.

Sechs Prozent, mindestens aber 200 Euro mehr

Die Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes fordern sechs Prozent mehr Geld, mindestens jedoch ein Plus von 200 Euro für die Beschäftigten. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) will zudem vergleichbare Entgeltgruppen für angestellte und verbeamtete Lehrkräfte an den Grundschulen durchsetzen. Der Tarifabschluss soll zudem auf die Beamten übertragen werden. Am Donnerstag soll in Potsdam die dritte Runde gestartet werden. Eine Einigung am Wochenende werde nicht ausgeschlossen, hieß es. Nach zwei Verhandlungsrunden haben die Arbeitgeber in der Tarifgemeinschaft der Länder bisher kein Angebot vorgelegt.

Gewerkschaften fordern Land zur Unterstützung auf

Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) mischte sich kurzzeitig unter die Streikenden und sprach unter anderem mit Vertretern der Polizeigewerkschaften. Der Landeschef des Beamtenbundes dbb, Dietmar Knecht, rief Schwesig dazu auf, ihren Einfluss auf die Tarifgemeinschaft der Länder geltend zu machen.

GEW-Chefin kritisiert fehlendes Angebot: "Eine große Schweinerei"

Die GEW-Vorsitzende Anett Lindner kritisierte das bisherige Ausbleiben von Angeboten von Seiten der Länder am Mittwoch als "große Schweinerei". Das habe nichts mit Wertschätzung im öffentlichen Dienst zu tun, so Lindner. Die Gehaltssteigerungen dürften nicht nur die Teuerungsrate ausgleichen, sondern müssten die Beschäftigten fair an einer steigenden Produktivität beteiligen.

Schulausfall im ganzen Land?

An wie vielen Schulen am Mittwoch Unterricht ausfiel, werde erst in einigen Tagen feststehen, sagte eine Sprecherin des Bildungsministeriums. Nach GEW-Angaben gab es vor allem im Osten des Landes Schulen, die vollständig oder nahezu vollständig bestreikt wurden, deren Lehrkräfte jedoch nicht nach Schwerin fuhren.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 27.02.2019 | 14:00 Uhr

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