Schweine stehen im Stall. © dpa-Bildfunk Foto: Sina Schuldt/dpa

Suchhunde sollen beim Eindämmen der Schweinepest helfen

Stand: 14.10.2020 05:14 Uhr

Gegen einen möglichen Ausbruch der Schweinepest hat Mecklenburg-Vorpommern bereits verschiedene Maßnahmen ergriffen. Nun sollen auch noch spezielle Suchhunde trainiert werden.

In Mecklenburg-Vorpommern beginnt die Ausbildung von Kadaversuchhunden. Sie sollen totes Schwarzwild aufspüren, das möglicherweise mit der Afrikanischen Schweinepest (ASP) infiziert ist und so eine Ausbreitung der Seuche verhindern. Das sagte Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) am Dienstag in Schwerin.

Gute Erfahrungen mit Suchhunden in Brandenburg

Die Kadaversuchhunde sind speziell trainierte Jagdhunde aus Mecklenburg-Vorpommern. Nach einer sechs bis achtwöchigen Ausbildung könnten sie tote Wildschweine aufspüren, so Backhaus. Brandenburg habe gute Erfahrungen mit den Suchhunden gemacht. Im Nordosten seien sie bislang noch nicht im Einsatz. Das Land plant auch, Spezial-Drohnen mit Wärmebildkameras anzuschaffen. Sie können Wildschweinbestände aus der Luft erfassen.

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Bei Seuche viele Millionen Euro Verlust erwartet

In Mecklenburg-Vorpommern ist noch kein mit ASP-infiziertes Wildschwein gefunden worden. Schweinebauern sind aber sehr besorgt. Denn sollte die Tierseuche in die Ställe gelangen, endet sie für die Hausschweine in der Regel tödlich. Im Seuchenfall werden für den Nordosten wirtschaftliche Verluste von bis zu 970 Millionen Euro befürchtet. In Mecklenburg-Vorpommern sind laut Agrarministerium 31 Schlachtbetriebe für Schweine zugelassen, die im Vorjahr 28.000 Tiere schlachteten.

In Brandenburg erstmals aufgetreten

Die Afrikanische Schweinepest war jüngst erstmals in Deutschland ausgebrochen, bislang aber nur in Brandenburg. Nach Angaben des Bundeslandwirtschaftsministeriums wurde dort bislang bei 65 toten Wildschweinen ASP nachgewiesen. Haus- und Wildschweine sterben fast immer, wenn sie sich mit dem Erreger infizieren.

Die Afrikanische Schweinepest

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) ist in den vergangenen Jahrzehnten auch außerhalb Afrikas aufgetreten, zuletzt vor allem in Russland. ASP ist eine schwere Virusinfektion, die Haus- und Wildschweine betrifft und sich zum Beispiel über Transportfahrzeuge oder Kleidung ausbreitet. Kontakte der Tiere untereinander oder Futter aus Speiseabfällen können ebenfalls Infektionsquellen sein. In Afrika verbreiten auch Zecken die Krankheit weiter. Befallene Tiere leiden an unterschiedlichen Symptomen wie hohem Fieber oder Atemproblemen und verenden in der Regel innerhalb weniger Tage.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 14.10.2020 | 05:30 Uhr

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