Stand: 26.11.2018 15:50 Uhr

Studie: Ohne Auto geht in MV nicht viel

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Ohne Auto sieht es in Fragen der Mobilität in ländlichen Regionen Mecklenburg-Vorpommerns nicht gut aus. (Archivbild)

Die Menschen im ländlichen Raum Mecklenburg-Vorpommerns sind einer Umfrage des ADAC zufolge weitgehend zufrieden mit ihrer Mobilität. Allerdings hängt die Zufriedenheit stark von der Verfügbarkeit eines Autos ab, wie Christian Hieff vom ADAC Hansa am Montag bei der Vorstellung der Umfrage in Schwerin erklärte. Für diese hatte der ADAC im September bundesweit rund 3.400 Personen befragt, in Mecklenburg-Vorpommern rund 260.

Höchste Zufriedenheitswerte in MV

Laut der Umfrage gibt es in Mecklenburg-Vorpommern die zufriedensten Verkehrsteilnehmer. Das Schlusslicht ist Brandenburg. Bei der Frage, wie pünktlich man Fahrziele wie den Arbeitsplatz, Schulen, soziale Einrichtungen oder den Arzt erreicht, sagten im Nordosten 68 Prozent, man komme gut und schnell hin - ein Spitzenwert. Dies dürfte auch daran liegen, dass es in ländlichen Regionen kaum Staus gibt. Allerdings gilt dies nur für Nutzer, die selbst motorisiert sind. 96,6 Prozent nutzen laut Umfrage ein privates Auto oder Motorrad als Fahrer oder Mitfahrer, zwei Drittel von ihnen sogar als sogenannte Vielnutzer an mehr als 100 Tagen im Jahr.

Nur jeder Zwölfte fährt täglich Bus oder Bahn

Bei denjenigen, die auf andere Verkehrsmittel angewiesen sind, zeigt sich ein anderes Bild, das sich anhand folgender Zahlen ergibt: Nur 9 Prozent nutzen auf dem Land regelmäßig das Fahrrad, nur 8 Prozent fahren fast täglich Bus oder Bahn, über die Hälfte der Menschen auf dem Land nutzt den öffentlichen Nahverkehr überhaupt nicht. Hinderungsgründe für einen häufigeren Umstieg auf Bus und Bahn seien fehlende Direktverbindungen, ein unzureichender Takt und eine als zu lang empfundene Fahrtdauer, sagte Hieff.

70 Prozent sehen ländlichen Raum abgehängt

70 Prozent der Befragten stimmten der Aussage zu, dass der ländliche Raum in puncto Mobilität abgehängt sei. "Das war im Ländervergleich die höchste Zustimmungsrate", sagte Hieff. Auch der Wunsch nach mehr Fahrdienst- und Mobilitätsangeboten sei in MV am stärksten ausgeprägt. "78 Prozent sehen hier Handlungsbedarf." Allerdings ist die Unzufriedenheit in anderen Regionen Deutschlands mit dem öffentlichen Nahverkehr ebenfalls groß: Der Nordosten landete trotz seiner vergleichsweise geringen Zufriedenheit auf Platz zwei im Ländervergleich.

ADAC attestiert MV "absolute Klatsche" beim Internet

Ganz hinten und weit abgeschlagen liegt Mecklenburg-Vorpommern in einem anderen Punkt: Hierzulande sind deutschlandweit die meisten Menschen unzufrieden mit dem Ausbau des Internets auf dem Land. Diese Frage haben die Macher der Studie mit hineingenommen, weil schnelles Internet auch eine Form von Mobilität ist. Nur 26 Prozent der Befragten waren mit ihrem Anschluss zufrieden, 41 Prozent überhaupt nicht. "Das ist der schlechteste Wert bundesweit", sagte Hieff. Dies sei eine "absolute Klatsche" für das zuständige Ministerium.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 26.11.2018 | 16:10 Uhr

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