Stand: 14.02.2020 06:22 Uhr

Stolpe will weitere Ferienwohnungen stoppen

In Stolpe auf Usedom will die Gemeinde künftig die Umwandlung von Wohnraum in Ferienwohnungen stoppen. Dazu haben die Gemeindevertreter am Donnerstagabend eine entsprechende Satzung auf den Weg gebracht. Das Interesse an Immobilien-Investitionen auf der Insel hat zu Wohnraummangel für Einheimische und zu hohen Preisen bei Mieten und Grundstücken geführt.

VIDEO: Kein Geisterort: Stolpe stoppt Ferienwohnungen (3 Min)

"Keine zeitschaltuhrbetriebenen Geisterlandschaften"

Damit will die Gemeinde das dörfliche Leben erhalten, so Bürgermeister Falko Beitz (SPD). Der 33-Jährige ist gebürtiger Stolper und hat miterlebt, wie sich sein Dorf in den vergangenen Jahren verändert hat. Ein großes Problem sei, dass Einheimische zunehmend verdrängt werden, weil es zu wenig bezahlbaren Wohnraum gibt. So habe die Gemeinde über die Jahre knapp zwölf Prozent ihrer Einwohner verloren. "Ich will keine zeitschaltuhrbetriebenen Geisterlandschaften." Es sei an der Zeit, "eine Grenze zu ziehen", sagt der Bürgermeister.

Vorschaubild für den Podcast "Hintergründe" auf NDR 1 Radio MV © ndr.de Foto: ndr.de

AUDIO: Ortszeit aus Stolpe (35 Min)

Mehr Touristen als Einwohner

Orientiert hat sich Bürgermeister Beitz an der Nordseeinsel Helgoland, die das gleiche Problem hatte und mit einer Wohnraumerhaltungssatzung etwas gegen die Verdrängung der Insulaner unternimmt. Momentan leben rund 350 Menschen in Stolpe. Die Zahl der Betten für Touristen ist weitaus höher. Die Satzung sieht vor, dass für neue Ferienwohnungen zunächst ein Antrag bei der Gemeinde gestellt werden muss. In der nächsten Sitzung im Frühjahr soll die neue Satzung dann verabschiedet werden.

Weitere Informationen
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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 14.02.2020 | 06:30 Uhr

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