Stand: 11.06.2019 17:00 Uhr

Solidaritätsaktion am Schweriner Schloss

Von einem Container aus wurde die Botschaft großflächig auf das Schweriner Schloss projiziert.

In der Nacht zu Dienstag sorgte eine politische Botschaft am Schweriner Schloss für Aufsehen. "Wir sind Iwan Golunow" stand auf die Schlossmauern geschrieben - in großen Buchstaben und auf Englisch. Damit gemeint war der russische Enthüllungsjournalist, der in der vergangenen Woche vorübergehend festgenommen und inzwischen wieder freigelassen wurde.

Russischer Licht-Künstler wollte Sympathie bekunden

Verantwortlich für die Aktion war ein Mitarbeiter einer Firma, die vor dem Schloss im Auftrag des Stadtmarketings eine Licht-Show vorbereitet. Ein Licht-Künstler aus Russland programmiert die großen Projektoren. Als er in der Nacht alleine war, hat er kurzzeitig die Botschaft eingestellt. Der Mann wurde inzwischen von einer Mitarbeiterin des Stadtmarketings zur Rede gestellt. Er hätte nicht gewusst, welches Ausmaß seine Aktion hat und nicht damit gerechnet, dass es jemand mitbekommen würde.

Alle Anschuldigungen fallen gelassen

Golunow ist einer der bekanntesten Investigativjournalisten Russlands. Er war in der vergangenen Woche festgenommen worden - mit dem Vorwurf, er habe in seiner Wohnung Drogen hergestellt. Inzwischen ist er wieder auf freiem Fuß. Nach Angaben des russischen Innenministeriums wurden alle Anschuldigungen gegen den 36-Jährigen fallen gelassen. Es gebe keinen Hinweis auf eine Straftat. Zwei ranghohe Polizeibeamte sollten wegen der Festnahme des regierungskritischen Journalisten entlassen werden.

Russische Zeitungen unterstützen Golunow

Erst am Montag hatten sich drei russische Zeitungen mit dem Journalisten solidarisiert - sie wählten für ihre Titelseiten eine ähnliche Botschaft wie nun auf dem Schweriner Schloss zu lesen war: "Ich bin ..." beziehungsweise "Wir sind Iwan Golunow".

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Demonstrative Solidarität mit Golunow

Iwan Golunow ist einer der bekanntesten Investigativjournalisten Russlands - und soll nach Ansicht seiner Unterstützer mundtot gemacht werden. Mehr über die Solidaritätsaktionen bei tagesschau.de. extern

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 11.06.2019 | 17:00 Uhr

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