Seenplatte: Herkunft von 15 Prozent der Corona-Fälle unklar

Stand: 16.10.2020 05:52 Uhr

In der Mecklenburgischen Seenplatte droht die Corona-Ampel in Kürze auf Orange zu springen. Geschieht das, gelten schärfere Corona-Schutzmaßnahmen. Das geht Landrat Heiko Kärger (CDU) nicht weit genug.

Die Zahl der Corona-Infizierten hat sich im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte nahezu verdoppelt - und das innerhalb von knapp drei Wochen. Gerechnet auf 100.000 Einwohner haben sich in den vergangenen sieben Tagen 32,4 Menschen mit dem Virus angesteckt. Ab einem Wert von 35 schaltet die Warnampel auf orange. "Eins darf nicht wieder passieren: dass wir Schulen zumachen, dass wir wieder in einen Lockdown geraten. Das trifft Familien so hart, das trifft Unternehmen so hart. Das gilt es zu verhindern", sagt Kärger.

Nachverfolgung nicht mehr gegeben

In der Seenplatte sind derzeit etwa 400 Menschen in Quarantäne. Über 50 Mitarbeiter der Verwaltung betreuen sie telefonisch oder sind mit der Nachverfolgung beschäftigt. Mitarbeiter, die normalerweise im Jugend-, Sozial- oder Bauamt tätig sind. Die eigentliche Arbeit bleibt liegen, Überstunden häufen sich. Kärger wünscht sich von der Landesregierung noch schärfere Maßnahmen, um die Pandemie zu bekämpfen. "Wir stellen zunehmend fest, dass wir bestimmt Sachen nicht mehr zuordnen können, und das ist zurzeit die Müritz-Region Richtung Plau, wo wir bei 15 Prozent der Fälle nicht wissen, wo sie herkommen."

Extra-Regeln für den Landkreis?

Springt die Corona-Ampel auf Orange greifen weitere Schutzmaßnahmen: dazu gehören eine erweiterte Maskenpflicht und Beschränkungen für private Feiern. Kärger appelliert an die Bürger, Kontakte so weit wie möglich einzuschränken und die Hygieneregeln zu beachten. Dies sei die einzige Möglichkeit, die Entwicklung aufzuhalten. Seiner Ansicht nach müsse man schneller auf die schnell steigenden Zahlen reagieren. Der Landrat will nun prüfen, inwieweit er berechtigt ist, eigene Verordnungen zu erlassen. "Jetzt bin ich der Meinung, dass wir schneller handeln müssen, schneller, als wir es tun, weil sich die Zahlen auch rasant schneller entwickeln."

Neue Infektionen auch im Kreis Ludwigslust-Parchim

In Mecklenburg-Vorpommern sind am Donnerstagnachmittag 58 weitere Corona-Infektionen gemeldet worden. Es ist der zweithöchste Wert seit Beginn der Pandemie. Die meisten Neuinfektionen gibt es im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte. Der Landkreis Ludwigslust-Parchim meldet aktuell 16 bestätigte Neuinfektionen. Zurückzuführen sind sie zum Teil auf eine Trauerfeier in Parchim und auf einen Ausbruch im Edeka-Fleischwerk Valluhn.

 

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 16.10.2020 | 06:30 Uhr

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