Stand: 07.10.2019 06:35 Uhr

Schwesig: DDR war kein "Unrechtsstaat"

Bild vergrößern
Ministerpräsidentin Schwesig will "mehr Respekt für ostdeutsche Lebensleistungen".

Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) und ihr Amtskollege in Thüringen, Bodo Ramelow (Linke), haben sich dagegen ausgesprochen, den Begriff "Unrechtsstaat" für die DDR zu verwenden. "Die DDR war eine Diktatur. Es fehlte alles, was eine Demokratie ausmacht: Meinungsfreiheit, Pressefreiheit, Demonstrationsfreiheit, freie Wahlen, das Recht auf Opposition", sagte Schwesig in einem Interview mit den Zeitungen der "Funke"-Mediengruppe. Der Begriff "Unrechtsstaat" werde aber von vielen Menschen, die in der DDR gelebt haben, als herabsetzend empfunden. "Er wirkt so, als sei das ganze Leben Unrecht gewesen. Wir brauchen aber mehr Respekt vor ostdeutschen Lebensleistungen", sagte die SPD-Politikerin.

Stefan Leyh moderiert das Nordmagazin, im Hintergrund ist ein Bild von Manuela Schwesig eingeblendet.

Schwesig-Zitat über DDR schlägt hohe Wellen

Nordmagazin -

Eine Diktatur, aber kein Unrechtsstaat? Mit ihren Äußerungen über das SED-Regime der DDR hat Ministerpräsidentin Manuela Schwesig eine emotionale Debatte neu entfacht.

3,15 bei 20 Bewertungen

Mit von 5 Sternen

bewerten

Vielen Dank.

schließen

Sie haben bereits abgestimmt.

schließen

"Begriff mit Nazi-Zeit verbunden"

Weitere Informationen

DDR kein Unrechtsstaat? Schwesig erntet Widerspruch

Ministerpräsidentin Schwesig hat mit ihren Äußerungen zur DDR eine neue Debatte über das SED-Regime ausgelöst. Sie stoßen - auch in der eigenen Partei - auf viel Kritik. Es gibt aber auch Zustimmung. mehr

Schwesig stellte sich mit ihren Aussagen in eine Reihe mit dem früheren Ministerpräsidenten Erwin Sellering (SPD). Sellering hatte es bereits 2009 abgelehnt, die DDR als Unrechtsstaat zu bezeichnen und dafür viel Kritik auch aus den eigenen Reihen einstecken müssen. Thüringens Regierungschef Ramelow sagte, die DDR sei eindeutig kein Rechtsstaat gewesen. Der Begriff "Unrechtsstaat" aber sei für ihn ausschließlich mit der Zeit der Nazi-Herrschaft und dem mutigen Frankfurter Generalstaatsanwalt Fritz Bauer und seiner Verwendung des Rechtsbegriffs "Unrechtsstaat" in den Auschwitz-Prozessen Anfang der 1960er Jahre verbunden. Anne Drescher, Mecklenburg-Vorpommerns Landesbeauftragte für die Aufarbeitung der SED-Diktatur, hält es unterdessen für schwierig, über die DDR als "Unrechtsstaat" zu diskutieren, und dies mit den persönlichen Lebensleistungen der Menschen zu verknüpfen. "Das sind zwei völlig verschiedene Themen", sagte sie gegenüber NDR 1 Radio MV.

Weitere Informationen

Unrechtsstaat DDR: Sellering legt nach

12.11.2014 15:00 Uhr

Erwin Sellering (SPD) bleibt hart: Trotz anhaltender Kritik will der Ministerpräsident die DDR nicht als Unrechtsstaat bezeichnen. Nun rechtfertigte er seine Haltung auf einer Diskussion. mehr

Von der sowjetischen Besatzungszone zur DDR

Viereinhalb Monate nach Gründung der Bundesrepublik wird die Sowjetische Besatzungszone am 7. Oktober 1949 zur DDR. Der Traum eines vereinten Deutschlands ist ausgeträumt. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 07.10.2019 | 07:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Mecklenburg-Vorpommern

06:42
Nordmagazin