Stand: 14.03.2018 07:26 Uhr

Schwerin verbietet Einsatz von Glyphosat

Wie zuvor schon Rostock verbietet nun auch Schwerin den Einsatz des umstrittenen Unkrautvernichtungsmittels Glyphosat auf allen Flächen. Das beschlossen die Stadtvertreter auf Ihrer Sitzung am Anfang der Woche und stimmten damit Anträgen der bündnisgrünen Fraktion, der SPD und der Linken zu.

Verzicht auf chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel

Bis Ende des Jahres ist die Stadt nun aufgefordert, ihre Vorschriften so anzupassen, dass der Einsatz chemisch-synthetischer Pflanzenschutzmittel größtenteils ausgeschlossen ist. Das Verbot von Pestiziden soll auch für die von der Stadt Schwerin verpachteten Flächen gelten.

Auch Kleingärtner sollen verzichten

Auch für die Kleingärtner gibt es Veränderungen: Sie sollen künftig generell auf Pflanzenschutzmittel verzichten. Die Stadt will alle Gartenpächter anschreiben. Die Verwaltung betonte noch einmal, dass auf den Grünflächen, die die Stadt Schwerin selbst pflegt, bereits seit vier Jahren kein Glyphosat mehr eingesetzt wird.

Zieht Greifswald nach?

In Rostock ist Glyphosat auf kommunalen Grünanlagen bereits verboten. Dazu zählen neben Grünflächen und Äckern auch der städtische Waldbestand. Gleiches gilt in Neustrelitz und Bergen. Dort wurde beschlossen, dass Pächter städtischer Äcker, Wiesen und Gärten kein Glyphosat und keine Neonikotinoide mehr einsetzen dürfen. Den Angaben zufolge bereite auch Greifswald ein entsprechendes Verbot vor.

Bundesweit haben sich nach Angaben der Umweltorganisation BUND 180 Städte und Gemeinden entschieden, ihre Grünflächen ohne Pestizide oder zumindest ohne Glyphosat zu bewirtschaften.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 14.03.2018 | 06:30 Uhr

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