Stand: 23.09.2020 19:09 Uhr

Schwerin: Ringen um MV-Werften geht weiter

Am Standort Warnemünde der MV Werften wird das 216 Meter lange Mittschiff des ersten Global-Class-Kreuzfahrtschiffes "Global Dream" ausgedockt. © MV Werften Foto: MV Werften
Von den Gutachten zur Zukunftsfähigkeit der Schiffbaubetriebe in Wismar, Rostock und Stralsund hängt ab, ob die MV-Werften unter den Corona-Schutzschirm des Bundes können. (Archivbild)

Bei der Rettung der MV-Werften setzen SPD, CDU und Die Linke in Mecklenburg-Vorpommern weiter auf Bundeshilfen. Es geht um eine Zwischenfinanzierung von bis zu 190 Millionen Euro. Im Landtag sagte Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU), es sei wichtig, den Werftstandort bis Ende des Jahres "warm zu halten". Dafür seien 80 Millionen Euro nötig. Mit weiteren 110 Millionen Euro könnte das Kreuzfahrtschiff "Endeavor" in Stralsund fertig gebaut und verkauft werden, so Glawe.

VIDEO: Werftenrettung: Landtag schreibt Brief an Merkel (3 Min)

Gutachten sind noch nicht fertig

Eigentlich sollte der Bund im September entscheiden, ob die Werften Hilfen aus dem Wirtschaftsstabilisierungsfond erhalten. Doch die notwendigen Gutachten dafür fehlen und sollen erst im November fertig sein. CDU, SPD und auch die Linksfraktion drängen dennoch auf eine Zwischenfinanzierung, vor allem, wenn auch Tourismus-Konzerne wie TUI Hilfe vom Bund bekommen. Nur die AfD-Fraktion lehnt so eine Zwischenfinanzierung ab. Für Kreuzfahrtschiffe gebe es momentan keinen Markt. Die MV-Werften hätten auch ohne Genting Zukunftsaussichten.

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Luftaufnahme einer Werft.
2 Min

Gutachten zur Rettung der MV-Werften fehlt

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MV-Werften sollen mit unter den Corona-Schutzschirm

Die Verhandlungen zwischen Werften, Bund, Land und Hongkong laufen. Glawe hofft in der kommenden Woche auf eine Entscheidung. Die MV-Werften gelten mit rund 3.000 Arbeitsplätzen und weiteren 13.000 Jobs bei Zulieferern als industrielles Herz Mecklenburg-Vorpommerns. Das Land erwartet, dass der Bund eine Überbrückungsfinanzierung leistet, bis die nötigen Gutachten zur Zukunftsfähigkeit der Schiffbaubetriebe in Wismar, Rostock und Stralsund vorliegen und die MV-Werften unter den Corona-Schutzschirm des Bundes können.

Linke will MV-Werften zur Chefsache machen

Das vorhandene Geld der Werften ist dem Vernehmen nach Ende September aufgebraucht, weil das Geschäftskonzept von Genting - der Bau riesiger Kreuzfahrtschiffe für den asiatischen Markt - in der Corona-Pandemie nicht funktioniert. Am Mittwoch appellierten deshalb die Bundes- und die MV-Landtagsfraktion der Linken in einem Brief an Kanzlerin Angela Merkel (CDU), schnell zu handeln. "Die Zeit drängt" schreiben die Fraktionsvorsitzenden Dietmar Bartsch (Bundestag) und Simone Oldenburg (Landtag) in dem Brief. Das Thema müsse Chefsache werden.

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Ein Archivbild des Gebäudes der MV-Werften von außen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 23.09.2020 | 20:00 Uhr

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