Stand: 26.03.2018 15:00 Uhr

Schnelles Internet für Vorpommern-Rügen

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Zum Spatenstich kamen Infrastrukturlandesminister Christian Pegel und der Vorstandsvorsitzende der Telekom, Timotheus Höttges nach Vorpommern. (Archivbild)

In Klein Kedingshagen bei Stralsund hat die Telekom am Montagvormittag ihr bundesweit größtes Breitband-Ausbauprojekt auf den Weg gebracht. Bis Ende 2019 sollen bis zu 40.000 Haushalte und Unternehmen in 63 Gemeinden des Landkreises Vorpommern-Rügen an das Glasfasernetz angebunden werden - mit Geschwindigkeiten von einem Gigabit. Dabei werden knapp 2.000 Kilometer Glasfaserkabel verlegt und über 1.000 Glasfaser-Netzverteiler aufgestellt, wie Telekom-Vorstandschef Timotheus Höttges zum Start der Baggerarbeiten erklärte.

Glasfaser für dünn besiedelten Landkreis

"Wir zeigen, dass ländlicher Raum und schnelles Internet kein Widerspruch sind", so Höttges. Der Landkreis Vorpommern-Rügen gehört zu den am dünnsten besiedelten in ganz Deutschland. Beim Glasfaser-Ausbau wird die Glasfaserleitung bis ins Haus verlegt, die Signale werden durchgehend optisch übertragen. Die Kosten für die Verlegung von einem Kilometer Glasfaser betragen laut Telekom zwischen 50.000 und 150.000 Euro. Bundesweit will die Telekom in diesem Jahr 60.000 Kilometer Glasfaser verlegen, 2017 waren es 40.000 Kilometer.

Telekom-Chef bekommt Funklöcher zu spüren

Der Telekom-Chef räumte zudem Handlungsbedarf bei dem Thema Handynetzabdeckung ein. Er habe sie bei der Anreise selbst zu spüren bekommen. "Auf dem Weg hierhin habe ich mich mit dem Thema Funklöcher beschäftigen müssen", sagte er und erntete damit in Klein Kedingshagen verständnisvolles Lachen. Höttges kündigte an, dass die Telekom in diesem Jahr eigens 100 Millionen Euro zum Schließen von Funklöchern ausgeben werde.

Bund und Land finanzieren Glasfaseranbindung

Bei einer europaweiten Ausschreibung hatte das Unternehmen Telekom den Zuschlag für den Ausbau auf dem Festlandgebiet des Kreises Vorpommern-Rügen bekommen. Dort, wo sich bisher kein Unternehmen bereit erklärt hat, das Netz eigenwirtschaftlich auszubauen und noch heute Datenraten von weniger als 30 Megabyte pro Sekunde ankommen, springen nun Bund und Land ein, um den Ausbau zu finanzieren. Den Eigenanteil trägt der Kommunale Aufbaufonds.

Millionen für schnelles Internet

Eigentlich wollte auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) den Termin wahrnehmen, doch die Kanzlerin sagte kurzfristig ab, weil ihr Hubschrauber wegen dichten Nebels nicht starten konnte. Allein nach Vorpommern-Rügen, Angela Merkels Wahlkreis, fließen in den kommenden Jahren rund 118 Millionen Euro in den Breitbandausbau. Davon entfallen etwa 77 Millionen Euro auf Bundesmittel und rund 28 Millionen Euro auf Mecklenburg-Vorpommern. Dazu kommen etwa 13 Millionen Euro Eigenanteil aus Mitteln des Kommunalen Aufbaufonds MV.

Ludwigslust-Parchim zieht nach

Landes-Infrastrukturminister Christian Pegel (SPD) sieht in dem Baustart eine große Signalwirkung dafür, dass der Breitbandausbau Realität wird. "Solange nicht der erste Bagger dasteht, ist für viele Bevölkerungsteile der Breitbandausbau noch sehr fragil." Pegel dankte dem Bund für die Unterstützung. Das Bundesprogramm sei für das Flächenland Mecklenburg-Vorpommern ein Riesenschritt. Insgesamt sollen in den kommenden Jahren mehr als 832 Millionen Euro Bundesmittel für den Breitbandausbau nach Mecklenburg-Vorpommern fließen, ergänzt um eine knappe halbe Milliarde Euro Landesmittel. Alle 93 im Land gebildeten Projektgebiete waren bewilligt worden. Begonnen hat der Breitbandausbau neben Vorpommern-Rügen auch im Landkreis Ludwigslust-Parchim.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 26.03.2018 | 09:00 Uhr

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