In der Schiffbauhalle der Volkswerft in Stralsund wird an der Schiffsschraube eines Spezialfrachters gearbeitet. © dpa-Bildfunk Foto: Stefan Sauer

Schiffbau: Pandemie deckt "Systemfehler" der Branche auf

Stand: 14.02.2021 10:37 Uhr

"Die Corona-Pandemie hat die bestehenden Systemfehler im deutschen Schiffbau aufgezeigt." Das sagt der Verband für Schiffbau und Meerestechnik mit Blick auf die Krise bei den MV Werften.

Es sei Zeit für neue Weichenstellungen. Wenn es nach dem Geschäftsführer des Verbandes für Schiffbau und Meerestechnik, Reinhard Lüken, geht, liegen die Chancen unter anderem im Ausbau der Wasserstofftechnologie, um die Schifffahrt sauber zu machen und fossile Brennstoffe zu ersetzen. Weitere Möglichkeiten seien die Verjüngung der Flotte im Binnen- und Küstenverkehr und die Offshore-Windenergie. Von hoher Dringlichkeit sei auch die Beseitigung von Munitionsaltlasten auf dem Meeresboden.

Lüken: Es wird Jahre dauern, Verluste auszugleichen

Die aktuelle Krise sei vom Einbruch des Kreuzfahrttourismus ausgelöst worden. Die Kreuzfahrtbranche habe mehr als 20 Milliarden Euro Verlust gemacht. Bevor neue Schiffe gebaut würden, müssten diese Verluste durch die Reeder erst ausgeglichen werden. Das werde Jahre dauern, sagte Lüken. Die MV Werften hatte angekündigt, dass gut ein Drittel der rund 3.000 Jobs in Stralsund, Rostock und Wismar gestrichen werden sollen. Die IG Metall will am Mittwoch erstmalig gegen den Arbeitsplatzabbau demonstrieren.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 14.02.2021 | 10:00 Uhr

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