Stand: 26.03.2018 17:27 Uhr

Scandlines-Reederei hat neuen Eigentümer

Der britische Finanzinvestor 3i hat die Fährreederei Scandlines verkauft. Das deutsch-dänische Fährunternehmen ging für 1,7 Milliarden Euro an ein Konsortium aus den Vermögensverwaltern First State Investment und Hermes Investment Management, wie Scandlines am Montag mitteilte.

Neue Scandlines-Fähren: Pleiten, Pech und Pannen

Demnach hält die australische First State Investment nun gut 50 Prozent und die britische Hermes Investment Management 14,9 Prozent an dem Unternehmen. Außderdem habe der 3i, seit 2013 alleiniger Inhaber der Reederei, im Zuge des Verkaufsverfahrens wieder Anteile über 35 Prozent neu erworben. Der Nettoerlös für 3i betrug den Angaben zufolge 347 Millionen Euro.

Scandlines: Keine Auswirkungen für Linien und Beschäftigte

Seit einiger Zeit kursierten Spekulationen über einen Verkauf der Reederei. Im Dezember hatte die britische Tageszeitung "Sunday Times" darüber berichtet. Wie Scandlines-Sprecherin Annette Ustrup Svensson sagte, hat der Verkauf keine Auswirkungen auf den Betrieb der Fährlinien sowie für die Beschäftigten. Die neuen Eigentümer hätten sich wegen des guten Konzeptes für die Transaktion entschieden, so Ustrup Svensson.

Glawe: "Unternehmerischer Vorgang"

"Der Verkauf ist eine unternehmerischer Vorgang. Dennoch: Für uns im Land ist wichtig, dass die Präsenz in MV und die Arbeitsplätze vor Ort erhalten bleiben", teilte Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) mit. Für den wirtschaftspolitischen Sprecher der SPD-Fraktion, Jochen Schulte, kam der Verkauf nicht überraschend: "Da Scandlines erst kürzlich in neue Fähren investiert hat, würde ich Moment auch davon ausgehen, dass der Verkauf keine unmittelbaren Auswirkungen auf bestehende Fährververbindungen und Arbeitsplätze haben wird."

3i kaufte Scandlines vor rund zehn Jahren

Scandlines betreibt Fährlinien zwischen Rostock und dem dänischen Gedser sowie von Puttgarden in Schleswig-Holstein nach Rødby mit insgesamt rund 42.000 Überfahrten pro Jahr. 3i hatte Scandlines vor zehn Jahren gemeinsam mit zwei anderen Investoren von der Deutschen Bahn und dem dänischen Staat für 1,56 Milliarden Euro gekauft. Weil die Co-Investoren absprangen, hatte 3i damals quasi den vollen Preis bezahlt und wenig später zehn der zwölf Linien verkauft. Von einst 24 Schiffen besitzt Scandlines noch acht. Die profitabelste Route ist die zwischen Rødby und Puttgarden.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 26.03.2018 | 14:00 Uhr

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