Das Rettungsschiff "Sea-Eye 4" verlässt den Rostocker Hafen  Foto: Bernd Wüstneck

Rostock: "Sea-Eye 4" Richtung Mittelmeer ausgelaufen

Stand: 17.04.2021 14:43 Uhr

Das vierte Schiff der Seenotrettungsorganisation Sea-Eye hat am Sonnabend den Rostocker Hafen verlassen. Die "Sea-Eye 4" soll nach Angaben der Initiatoren im Mittelmeer Menschen in Seenot helfen.

Mit der Stammbesatzung von 26 Crewmitgliedern an Bord hat das Seenotrettungsschiff "Sea-Eye 4" am Samstag den Fischereihafen Rostock in Richtung Mittelmeer verlassen. Wie Gordon Isler von der Regensburger Hilfsorganisation Sea-Eye sagte, bietet das 55 Meter lange Schiff viel Platz für die Erstversorgung geretteter Menschen.

Finanziert durch kirchliche Spenden

Das 1972 gebaute, ehemalige Offshore-Versorgungsschiff war in den vergangenen Monaten in der polnischen Hafenstadt Swinemünde (Świnoujście) und in Rostock auf den Einsatz vorbereitet worden. Am Umbau hätten sich mehrere Hundert freiwillige Helfer beteiligt. Die "Sea-Eya 4" hat zwei Kräne, die die zwei Einsatzboote sicher und schnell zu Wasser lassen können. Die Krankenstation verfüge über einen modernen Standard und sei auch auf potenzielle Corona-Fälle vorbereitet.

Die Kosten für Kauf und Umbau des Schiffes betragen den Angaben zufolge insgesamt rund 1,15 Millionen Euro. Finanziert wurde das neue Schiff größtenteils vom Bündnis "United4Rescue", an dem auch die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) beteiligt ist. Es ist nach der "Sea-Watch 4" das zweite Schiff, das mit Hilfe von kirchlichen Spenden zur Rettung von Flüchtlingen ins Mittelmeer geschickt wird.

Zahlreiche Todesopfer bei Mittelmeerpassage

Jedes Jahr wagen Tausende Migranten die lebensgefährliche Überfahrt von Tunesien und Libyen aus nach Europa. 2019 starben dabei nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) mehr als 1.200 Menschen. Derzeit fahren mehrere private Organisationen immer wieder ins zentrale Mittelmeer hinaus, um den Migranten zur Hilfe zu kommen.

Weitere Informationen
Rostock: Das vierte Rettungsschiff der Seenotrettungsorganisation Sea-Eye wird auf den Namen "Sea-Eye 4" getauft. © dpa-Bildfunk Foto: Bernd Wüstneck/dpa-Zentralbild

Rostock: Neues Rettungsschiff "Sea-Eye 4" getauft

Die Seenotrettungsorganisation Sea-Eye hat am Sonntag ihr viertes Schiff getauft. Es startet im Frühjahr zum Einsatz ins Mittelmeer. mehr

Ein Ölbekämpfungsschiff legt während einer großen Seerettungsübung eine Ölsperre vor der Küste von Warnemünde - daran beteiligt sind auch zwei Boote der DGzRS. © ndr.de Foto: Jürgen Opel

Große See-Rettungsübung vor Warnemünde

Am Strand von Warnemünde konnten Gäste am Montag eine See-Rettungsübung mit DGzRS-Rettungskreuzer Theo Fischer beobachten. Das Ziel war, das Zusammenspiel aller beteiligten Einheiten zu üben. mehr

Der neue Seenotrettungskreuzer "Hamburg". © NDR Foto: Dietrich Lehmann

Neuer Seenotrettungskreuzer "Hamburg" getauft

Die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger hat ihren jüngsten Seenotrettungskreuzer auf den Namen "Hamburg" getauft. Er ist in der Nordsee unterwegs und auf Borkum stationiert. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 17.04.2021 | 14:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Mecklenburg-Vorpommern

Ein Junge wird von einer Kinderärztin untersucht. © picture alliance/BSIP

Kinderärzte in MV fordern Öffnung von Schulen und Kitas

Wegen der pandemiebedingten Schul- und Kitaschließung leiden immer mehr ihrer jungen Patienten unter massiven gesundheitlichen Problemen. mehr