Stand: 23.01.2018 17:36 Uhr

Prora: Studie sieht Chancen für Bildungsstätte

Die Schaffung einer Bildungs- und Dokumentationsstätte zur bewegten NS- und DDR-Geschichte der als "Seebad der 20.000" konzipierten Ferien-Anlage in Prora auf Rügen rückt näher. Eine am Dienstag in Stralsund vorgestellte Machbarkeitsstudie hat die Wirtschaftlichkeit des Projekts untersucht.

Studie: Bildungsstätte könnte wirtschaftlich betrieben werden

Sie kommt zu dem Ergebnis, dass die Betriebskosten einer solchen Dokumentationsstätte erwirtschaftet werden könnten. Für Investoren könnte dies ein entscheidender Gesichtspunkt sein. Vorausgesetzt werden dafür unter anderem ein hoher Fördersatz bei der Sanierung des entsprechenden Gebäudeteils sowie jährlich 55.000 bis 140.000 Besucher.

Block V soll bald verkauft werden

Fünf Blocks sind in Prora noch komplett erhalten, vier von ihnen wurden bereits verkauft. Privatinvestoren haben dort Hunderte von Wohn- und Ferienwohnungen bauen lassen. Im Block V gibt es den letzten verbliebenen Bereich in öffentlicher Hand. Der Landkreis will auch ihn jetzt verkaufen. Im Mittelteil dieses Blocks soll nach Angaben vom Landrat des Kreises Vorpommern-Rügen, Ralf Drescher (CDU), die Bildungsstätte entstehen.

Prora: Aufbau, Verfall und Sanierung

Landrat hofft auf Land und Bund

Die Umsetzung dieser Bildungsstätte soll von den beiden Vereinen, die sich bislang um den geschichtsträchtigen Ort kümmern, begleitet werden. Sie haben sich dafür zu einem Dachverband zusammengeschlossen. Landrat Drescher geht davon aus, dass sich Bund und Land an den laufenden Kosten beteiligen.

"Hätte zehn Jahre früher stattfinden müssen"

Auch die Gemeindevertretung in Binz wird mitentscheiden, was im Block 5 entstehen soll. Bürgermeister Karsten Schneider zeigte sich erleichtert, dass jetzt endlich überhaupt etwas passiert. "Das hätte alles zehn Jahre früher stattfinden müssen", sagte er. "Aber wir schauen jetzt nach vorne. Wir sind froh, dass wir wahrscheinlich eine Lösung finden werden." Im März wird der Kreistag über die Pläne entscheiden, danach steht einer öffentlichen Ausschreibung nichts mehr im Weg.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 23.01.2018 | 17:10 Uhr

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