Eine Akte und ein Antrag auf Privatinsolvenz. © picture alliace Foto: Alexander Heinl

Privatinsolvenzen steigen im 1. Halbjahr in MV um 74,2 Prozent

Stand: 07.10.2021 14:50 Uhr

Die Privatinsolvenzen in Mecklenburg-Vorpommern sind im Halbjahr 2021 deutlich angestiegen, so die Ergebnisse aus dem „Schuldenbarometer 1. Halbjahr 2021“ des Informationsdientsleisters CRIFBÜRGEL.

Die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie haben zu einer deutlich sichtbaren Insolvenzwelle geführt, die sich auch im 2. Halbjahr fortsetzen wird, heißt es. Einkommenseinbrüche, Verdienstausfälle, Kurzarbeit oder Arbeitslosigkeit haben die finanziellen Reserven vieler Betroffener aufgebraucht. Auf Dauer hat das bei vielen nicht nur zu Überschuldung, sondern auch zur Privatinsolvenz geführt.
"Ab Mai sehen wir nun einen Anstieg, auch der unmittelbar von der Corona-Pandemie verursachten Insolvenzen. Diese Insolvenzwelle wird dann verstärkt ab dem 2. Halbjahr 2021 einsetzen und bis in das Jahr 2022 hineinreichen", sagt  CRIFBÜRGEL Geschäftsführer Dr. Frank Schlein.

Dabei besteht jedoch ein Irrglaube darin, dass die Verschuldung bei Personen, die eine Privatinsolvenz anmelden, immer zwingend sehr hoch sein müsse. Ein Großteil hat in der Gesamtsumme Schulden unter 10.000 Euro.

MV im Bundesranking der Privatinsolvenzen auf Platz 4

90 Privatinsolvenzen pro 100.000 Einwohner gab es in Mecklenburg-Vorpommern im 1. Halbjahr 2021. Bremen führt die Statistik mit 135 Privatinsolvenzen pro 100.00 Einwohner an, Bayern bildet mit 48 Privatinsolvenzen pro 100.000 Einwohner das Schlusslicht. In absoluten Zahlen gab es in Mecklenburg-Vorpommern 1.453 Privatinsolvenzen im 1. Halbjahr 2021, 834 waren es im 1. Halbjahr 2020.

Prozentual gesehen sind die Privatinsolvenzen im Vergleich zum 1. Halbjahr 2020 in Mecklenburg-Vorpommern und Hamburg am höchsten angestiegen – nämlich um 74,2 Prozent.

Mehr Männer betroffen, Anstiege bei älteren Bundesbürgern

Bundesweit hat sich der Trend der letzten Jahre auch im 1. Halbjahr 2021 fortgesetzt, dass in Deutschland eher Männer als Frauen von einer Privatinsolvenz betroffen waren. 34.621 Privatinsolvenzen von Männern stehen 23.371 Privatinsolvenzen von Frauen gegenüber.
In Bezug auf das Alter gab es aber auch immer mehr ältere Bundesbürger, die eine Privatinsolvenz anmelden mussten. In der Altersgruppe 61 Jahre und älter stiegen die Zahlen um 52,2 Prozent. Die größten Zuwächse gab es in der Altersgruppe der 31-40-Jährigen (plus 55,3 Prozent).

 

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 07.10.2021 | 14:00 Uhr

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