Stand: 14.12.2019 09:45 Uhr  - NDR 1 Radio MV

Postraub: Justizministerin weist Caffier-Kritik zurück

Mecklenburg-Vorpommerns Justizministerin Katy Hoffmeister hat die Kritik von Innenminister Lorenz Caffier (beide CDU) an der Staatsanwaltschaft Neubrandenburg im Fall der Attacke auf eine Postbotin zurückgewiesen. Hoffmeister sagte NDR 1 Radio MV, es sei gut, wenn sich jeder Minister auf seinen Geschäftsbereich konzentriere. "Die Staatsanwaltschaften in Neubrandenburg und Stralsund ermitteln im Moment. Wir sollten die Ergebnisse abwarten."

Caffier: Vertrauen in Rechtsstaat in Gefahr

Caffier hatte kritisiert, dass nicht schon früher Haftbefehl gegen den 20-jährigen Hauptverdächtigen beantragt worden war. Das Vertrauen der Bevölkerung in den Rechtsstaat sei gefährdet, wenn Straftäter von der Justiz laufen gelassen werden. Der 20-Jährige war bereits einige Tage vor dem Überfall auf die 23-jährige Postbotin in Salow bei Friedland (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) und der anschließenden Verfolgungsjagd ohne Führerschein am Steuer eines gestohlenen Firmentransporters in Neubrandenburg ins Visier der Polizei geraten.

Gegen Tatverdächtigen wurde bereits ermittelt

Laut Caffier war der Staatsanwaltschaft zudem bekannt, dass zumindest der 20-jährige Tatverdächtige bereits eine Jugendstrafe verbüßt hatte und Ende November einen tödlichen Unfall nach einer Fahrerflucht verursacht hatte. Gegen den 20-Jährigen wurde in Vorpommern deswegen schon wegen fahrlässiger Tötung ermittelt. Ein Beifahrer war dem Unfall ums Leben gekommen, ein anderer Insasse und der 20-Jährige wurden verletzt.

Staatsanwaltschaft: Keine Haftgründe

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Gerd Zeisler von der Staatsanwaltschaft Neubrandenburg weist die Kritik von Innenminister Caffier zurück. (Archivbild)

Der Sprecher der Staatsanwaltschaft Neubrandenburg, Gerd Zeisler, äußerte im Gespräch mit NDR 1 Radio MV sein Unverständnis darüber, dass sich der Innenminister überhaupt in die Belange der Justiz einmische. "Als die Polizei den Mann am Dienstag gefasst hatte, lagen weder dringender Tatverdacht noch Haftgründe gegen ihn vor", sagte Zeisler am Freitag. Damit hätte kein Haftbefehl beantragt werden können.

Der 20-Jährige war ohne Führerschein am Steuer eines gestohlenen Firmentransporters in Neubrandenburg gefasst worden. Eine Beteiligung an einem Einbruch, bei dem das Fahrzeug drei Tage zuvor entwendet worden war, hatte der Mann aber abgestritten. Inzwischen hat das Amtsgericht Neubrandenburg Haftbefehle gegen den 20-Jährigen und einen Komplizen erlassen. Beide schwiegen dazu.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 14.12.2019 | 08:00 Uhr

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