Stand: 06.05.2020 10:38 Uhr

Penkun: Bewohner gegen weitere Windräder

Steg reicht in einen See mit spiegelglatter Oberfläche. © NDR Foto: Klaus Ruttloff aus Chemnitz
In Penkun stören Windräder die Idylle und den Schlaf der Bewohner. Gegen den Ausbau der Parks gibt es regen Widerstand.

Windenergie spielt in der Klimapolitik Deutschlands eine zentrale Rolle. Doch 2019 wurden nur 40 neue Anlagen in Mecklenburg-Vorpommern gebaut. In den Jahren zuvor waren esdurchschnittlich 100. Ein Grund für den Rückgang: Genehmigungsverfahren dauern immer länger. Auch weil es immer mehr Einwände gibt, die meisten kommen von Windkraft-Gegnern.

Kritiker befürchten gesundheitliche Schäden durch Infraschall

Rund um Penkun beispielsweise gibt es schon mehr als 40 Windräder, 15 neue sollen demnächst gebaut werden und viele weitere sind in Planung. Dagegen haben Kritiker mobil gemacht. Eines ihrer wichtigsten Argumente ist die Verletzung der körperlichen Unversehrtheit der Anwohner. So steht es in dem Schreiben, das auch an Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) persönlich ging. Es geht um den Infraschall, der nach Meinung der Windkraftgegner zu gesundheitlichen Schäden führt.

Schon Kinder sollen unter Schlafstörungen leiden

Der Penkuner Hausarzt Heinz Timm hat eine Befragung unter den Einwohnern in einem betroffenen Ortsteil gemacht. Danach gibt ein Drittel der Einwohner an, unter Schlafstörungen zu leiden. Diese könnten im weiteren Verlauf zu Tinnitus, Hörstürzen und anderen Erkrankungen führen, sagt Timm. Und besonders besorgt ist der Arzt, dass darunter viele Kinder im Schulalter sind.

 

Dialog mit der Ministerpräsidentin scheitert bisher

Auf den Brief der Penkuner kam derweil Antwort von einem Abteilungsleiter aus dem Energieministerium. Es war nicht der erste vergebliche Versuch der Bürgerinitiativen mit Manuela Schwesig in den Dialog zu kommen. Etwas, das die Penkuner ganz besonders aufgeregt hat. Jetzt sind auch die Kommunalpolitiker in der Region dort erzürnt: denn die Stimmung im Ort leide darunter. Der stellvertretende Bürgermeister Karl-Edmund Geiger (BfP) meinte sogar, eine solche Verhaltensweise lasse ihn daran zweifeln, ob es Sinn mache sich weiter ehrenamtlich zu engagieren.

Neue Studie zum Thema Infraschall erwartet

Im Antwortbrief des Energieministeriums heißt es, es gebe keine Erkenntnisse, dass der Infraschall der Windkraftanlagen die Gesundheit der Einwohner gefährde. Verschiedene Messungen hätten gezeigt, dass der Infraschall kaum noch vom Hintergrundrauschen zum Beispiel durch Wind zu unterscheiden ist. So steht es in dem Brief. Diese Aussage bezieht sich aber auf eine Studie aus dem Jahr 2016 in Baden-Württemberg und Messungen in MV von 2005 und 2010, wie das Bundesministerium für Umwelt erklärte. Das hat vor fünf Jahren mit einer neuer Studie zum Thema Infraschall begonnen. Die Ergebnisse sollen im 2. Halbjahr dieses Jahres veröffentlicht werden.

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NDR 1 Radio MV | 06.05.2020 | 16:00 Uhr

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