Stand: 15.10.2019 16:24 Uhr

Neubrandenburg: Denkmalschutz für Plattenbau?

Die Neubrandenburger Hochhaussiedlung mit dem Riesen-Wandbild „Die Quelle“ ist nach Ansicht des Landesamtes für Denkmalpflege historisch wertvoll.

Teile der Plattenbausiedlung in der Neubrandenburger Südstadt könnten unter Denkmalschutz gestellt werden. Ein Gutachten hält das Hochhaus-Ensemble an der Neustrelitzer Strasse als Zeugnis der Sozialpolitik der DDR für "wertvoll und schutzwürdig". Die 15 Gebäude des Plattenbautyps WBS 70 seien "ein Zeugnis der Sozialpolitik der DDR", sagte Jörg Kirchner vom Schweriner Landesamt für Denkmalpflege auf einem Forum am Montagabend in Neubrandenburg. Die Hochhäuser mit rund 1.100 Wohnungen seien im Gegensatz zu anderen Städten in der Grundsubstanz ursprünglich erhalten. Sie waren Anfang der 1980er Jahre entstanden, auch um die Bedeutung der Ex-DDR-Bezirksstadt Neubrandenburg hervorzuheben.

Modernisierungen sollen weiter unkompliziert möglich sein

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Vertreter von zwei Wohnungsbaugesellschaften appellierten auf dem Forum als Eigentümer an die Stadt, weitere Modernisierungen unkompliziert zu ermöglichen. Die Stadt Neubrandenburg will das Gebäudeensemble unter Schutz stellen, weil es an Stadtentwicklung erinnert und für viele Neubrandenburger identitätsstiftend ist. So beschreibt es Oberbürgermeister Silvio Witt (parteilos). Insbesondere das mehr als 30 Meter hohe Wandbild von Wolfram Schubert soll erhalten werden. Das Bild, das damals an den sowjetischen Revolutionär Wladimir Iljitsch Lenin und die "Quellen des Marxismus-Leninismus" erinnern sollte, wird im Volksmund "Leiterplatte" genannt.

Restaurierung des Fliesenbildes nicht vorgesehen

Der heute 93 Jahre alte Wolfram Schubert war damals Vorsitzender des Bezirksverbandes Bildender Künstler in Neubrandenburg und einer der einflussreichsten Künstler dieser Zeit, wie Kirchner sagte. Denkmale seien Anker der Geschichte und gäben den Menschen Gelegenheit, sich mit ihrer Vergangenheit auseinanderzusetzen. Das riesige Fliesenbild wurde von der zuständigen Neubrandenburger Wohnungsgesellschaft bereits auf Stabilität geprüft, sagte  Geschäftsführer Frank Benischke. Eine Restaurierung sei aber nicht vorgesehen. Er schätze, dass die von Mietern immer noch geschätzten Gebäude noch "bis 2050 oder 2060" stehen, dann aber ihre Lebensdauer erreicht hätten. Rund zwölf Millionen Euro seien bislang in Modernisierungen geflossen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 15.10.2019 | 15:00 Uhr

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