Stand: 14.07.2018 13:22 Uhr

Nach Waldbrand: Aufräumarbeiten beginnen

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Wegen der anhaltenden Explosionsgefahr musste der Brand mit Spezialgerät wie Löschpanzern bekämpft werden.

Rund eine Woche nach dem Waldbrand bei Groß Laasch in der Nähe von Ludwigslust haben am Sonnabend die Aufräumarbeiten begonnen. Freiwillige Feuerwehren kehrten zum Brandort zurück, um ihre Technik und die Wasserschläuche aus dem Waldstück zu holen. 170 der gut 220 eingesetzten Schläuche seien nicht mehr verwendbar und müssten ersetzt werden, sagte ein Sprecher NDR 1 Radio MV.

Material wegen Explosionen zurückgelassen

Das Material hatten sie zurückgelassen, nachdem bei den Löscharbeiten Alt-Munition - mehrere Granaten sowie Kleinkaliber-Munition - aus dem Zweiten Weltkrieg explodiert war und die Feuerwehrleute wegen der Gefahr abgezogen werden mussten. Seit dem Brand darf der Wald nicht mehr betreten werden. Derzeit kontrolliert der Revierförster zweimal täglich mit einer Wärmebildkamera, ob Glutnester wieder aufflammen. Dies könne mitunter nach Wochen noch geschehen, so das Forstamt.

Kostenhöhe steht noch nicht fest

Die genauen Kosten für den Einsatz stehen noch nicht fest. Einen erheblichen Teil bei den Gesamtkosten werde der Einsatz der Löschpanzer ausmachen, erklärte eine Sprecherin des Landkreises Ludwigslust-Parchim. Die Panzer waren von einer Spezialfirma aus Sachsen-Anhalt an die Brandstelle gebracht worden. Zusammen mit einem Löschhubschrauber hatten sie zunächst die Brandbekämpfung übernommen. Schließlich wurde das betroffene Waldstück mit Wasser aus einem Kanal geflutet.

Fast vier Prozent der Landesfläche von MV munitionsbelastet

Die Munition in den Wäldern stammt von der deutschen Wehrmacht, die sich 1945 auf der Flucht vor der Roten Armee ihrer Waffen und Munition entledigte. In Mecklenburg-Vorpommern gibt es laut Innenministerium knapp 800 Flächen, die durch Munition und andere Kampfmittel belastet sind. Demnach sind 3,9 Prozent der Landesfläche (90.000 Hektar) betroffen. In der Ostsee gebe es zusätzlich 37 Flächen mit rund 65.000 Hektar.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 14.07.2018 | 12:40 Uhr

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