Stand: 10.09.2020 07:03 Uhr

MV würde Flüchtlinge aus Moria aufnehmen

Ein Junge blickt auf das niedergebrannte Flüchtlingslager Moria auf der nordöstlichen Ägäisinsel Lesbos. © Petros Giannakouris/AP/dpa Foto: Petros Giannakouris
In dem überfüllten Lager Moria lebten zuletzt fast 13.000 Flüchtlinge. (Archivbild)

Nach dem Brand im griechischen Flüchtlingslager Moria hat auch Mecklenburg-Vorpommern seine Hilfe angeboten. Tausende Geflüchtete sind nach dem Feuer am Mittwoch auf der griechischen Insel Lesbos nun obdachlos. Sollte sich Deutschland bereit erklären, Flüchtlinge aus Moria aufzunehmen, dann werde sich Mecklenburg-Vorpommern "selbstverständlich" daran beteiligen, sagte der Sprecher der Staatskanzlei in Schwerin, Andreas Timm, zu NDR 1 Radio MV.

Kundgebungen in Rostock, Schwerin, Neubrandenburg und Greifswald

Die Menschen dort bräuchten jetzt schnelle Hilfe. Wie diese aussehen könnte, darüber müsse dann in den nächsten Tagen gesprochen werden, so Timm. Mehrere Bundesländer wie Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Hamburg hatten bereits angekündigt, Betroffene aus dem Flüchtlingslager zu sich holen zu wollen. In mehreren Städten im Nordosten wurden am Mittwochabend Mahnwachen und Kundgebungen abgehalten. Auf dem Doberaner Platz in Rostock forderten nach dem Aufruf der Initiative Pro Bleiberecht rund 200 Menschen die Aufnahme von Geflüchteten aus Moria. Gut 100 Teilnehmer wurden auf einer Mahnwache in der Greifswalder Innenstadt gezählt. Sie forderten unter anderem die sofortige Auflösung des Lagers auf Lesbos. Mahnwachen mit Dutzenden Teilnehmern gab es auch in Neubrandenburg und Schwerin.

Seehofer in Kontakt mit griechischer Regierung

Die Entscheidung, ob und wie viele Geflüchtete Deutschland aufnimmt, liegt beim Bund. Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) steht mit der griechischen Regierung in Kontakt, um den Umfang der Unterstützung zu klären. Mecklenburg-Vorpommern hatte Ende Juli eine aus dem Irak geflüchtete Familie aufgenommen. Sie war mit etwa 100 schutzbedürftigen Menschen aus Griechenland nach Deutschland gekommen.

Lager fast vollständig abgebrannt

Bei dem Feuer in der Nacht zum Mittwoch war das Migrantenlager auf der Insel Lesbos fast vollständig zerstört worden. Dort waren statt der vorgesehenen 3.000 Menschen mehr fast 13.000 untergebracht. Die Brandursache wird noch untersucht. Die griechische Nachrichtenagentur ANA meldete unter Berufung auf die Polizei, die Feuer seien absichtlich nach Protesten von einigen Bewohnern des Lagers gelegt worden. Nach Angaben der Feuerwehr gab es keine Verletzten oder Todesopfer, mehrere Menschen litten unter leichten Rauchvergiftungen.

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Geflüchtete rennen während ein Feuer im Flüchtlingslager Moria auf der Insel Lesbos brennt. © picture alliance Foto: Panagiotis Balaskas

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 10.09.2020 | 06:00 Uhr

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