Stand: 10.06.2019 21:12 Uhr

Landesbischöfin bei Festgottesdienst eingeführt

Die frühere Thüringer Pröpstin Kristina Kühnbaum-Schmidt ist am Pfingstmontag vor 800 Gläubigen in einem Festgottesdienst im Schweriner Dom in ihr neues Amt als Landesbischöfin der evangelischen Nordkirche eingeführt worden. Die 54-jährige Theologin ist seit dem 1. April Nachfolgerin von Landesbischof Gerhard Ulrich, der im März mit 68 Jahren in den Ruhestand gegangen ist. Im Anschluss an den Gottesdienst nahmen insgesamt 1.200 Menschen an der Kaffeetafel und dem Abendmahl auf dem Schweriner Marktplatz teil.

Beschöfin im Gottesdienst.

Kühnbaum-Schmidt ist neue Landesbischöfin

Nordmagazin -

Kristina Kühnbaum-Schmidt wurde im Schweriner Dom in ihr neues Amt als Landesbischöfin der evangelischen Nordkirche eingeführt. Die Theologin im Gespräch mit dem Nordmagazin.

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Hannoverscher Landesbischof übergab das Amtskreuz

Der hannoversche Landesbischof Ralf Meister vollzog als Leitender Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) in dem Gottesdienst die Amtseinführung und übergab das Amtskreuz. Er würdigte Kühnbaum-Schmidt als einfühlsame, kluge und mutige Frau, die aufmerksam und achtsam auf Menschen zugehe. Sie habe "Lust an Theologie" und zeichne sich aus durch Offenheit und Freude auf das Neue.

Kühnbaum-Schmidt: Versöhnung und Frieden suchen

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Kristina Kühnbaum-Schmidt fokussierte sich in ihrer Predigt auch auf den gesellschaftlichen Frieden.

Kristina Kühnbaum-Schmidt betonte in ihrer Predigt, dass über alle Grenzen von Konfessionen, Religionen, Weltanschauungen und Nationalitäten hinweg nach Versöhnung und Frieden gesucht werden müsse. "Mögen die Töne der Nationalisten und Populisten in unserem Land oder wo auch immer in dieser Welt auch noch so laut werden und noch so schrill sein" so Kühnbaum-Schmidt wörtlich. Aber auch die Nordkirche selbst und damit Kühnbaum-Schmidt steht vor großen Herausforderungen.

Mitgliederschwund ist größte Herausforderung

Der erwartete, dramatische Mitgliederschwund in allen Landesteilen und das weitere Zusammenwachsen der ehemaligen evangelischen Landeskirchen von Mecklenburg, Pommern, Hamburg und Schleswig-Holstein in der Nordkirche sind die größten Aufgaben, die Kühnbaum-Schmidt in ihrem neuen Amt bewältigen muss. Sie bringt dafür gute Voraussetzungen mit, glaubt der Schweriner Domprediger Volker Mischok. Eine "große Sensibilität" und ihre "Fähigkeit zur Wahrnehmung der unterschiedlichen religiösen und kirchlichen Sozialisation" bringt die neue Landesbischöfin seiner Ansicht nach aufgrund ihrer Erfahrungen in den Landeskirchen der alten und neuen Bundesländer "in hohen Maße" mit, so Mischok.

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Starkes Engagement in der Seelsorge

Während ihrer ersten Amtsjahre als Pfarrerin fand die geborene Niedersächsin großes Interesse an der Seelsorge. Auch nach ihrem Studium der evangelischen Theologie in Göttingen und Berlin bildete Kristina Kühnbaum-Schmidt sich berufsbegleitend zur Pastoralpsychologin fort. Als Beraterin für Pfarrer, Pastoren, Gemeinden und Gremien, die sie mit ihrem tiefenpsychologischen Blick begleitete, haben diese Fortbildungen, wie sie selbst sagt, auch ihren Erfahrungsschatz über die Grenzen der Theologie hinaus erweitert.

2013 wurde sie zur Regionalbischöfin des Sprengels Meiningen-Suhl in der Evangelischen Landeskirche Mitteldeutschlands berufen. Sie kennt also die unterschiedlichen Mentalitäten und Probleme der Christen in Ost- und Westdeutschland - ein entscheidendes Argument für die Nordkirche, sie als Kandidatin für die Nachfolge von Bischof Gerhard Ulrich aufzustellen.

Verschiedene Traditionen verbinden

An ihrer neuen Aufgabe reizt die seit März amtierende Landesbischöfin vor allem der Einblick in die verschiedenen kirchlichen Traditionen und wie diese sich gegenseitig "befruchten". "An der Nordkirche fand ich schon immer sehr spannend, dass sie ja als eine Fusion aus mehreren Kirchen entstanden ist und dass es dabei jeweils einen Teil im ehemaligen Osten der Bundesrepublik gab und einen im ehemaligen Westen," sagt die Theologin, die zunächst einmal alle Kirchenkreise der Nordkirche besuchen möchte und dabei erfahren will, was die Menschen beschäftigt.

Neuer Wohnsitz in der Landeshauptstadt

Ihre herzliche Art auf Menschen zuzugehen, werde ihr auch in Mecklenburg-Vorpommern die Türen öffnen, glaubt Pastor Volker Mischok. Er wird sich seine Predigtstätte im Schweriner Dom in Zukunft mit der neuen Bischöfin teilen. Darüber hinaus wird sie in Zukunft auch im Lübecker Dom predigen. Seit sie mit ihrer Familie in der Landeshauptstadt lebt, hat sie dort schon einige Gottesdienste besucht und die Gemeinde kennen gelernt. Demnächst stehe ein Besuch des Mecklenburgischen Staatstheaters in Schwerin mit ihrem Ehemann an. An freien Tagen spaziere sie gerne an den vielen Seen in Schwerin, um nach langem Sitzen im Dienstauto oder in ihrer Bischofskanzlei ein bisschen in Bewegung zu bleiben.

Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt. © Marcelo Hernandez, Nordkirche Foto: Marcelo Hernandez

Lebenswege: Landesbischöfin Kühnbaum-Schmidt

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 09.06.2019 | 08:00 Uhr

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