Stand: 12.07.2018 10:22 Uhr

Niederschläge bannen Waldbrandgefahr in MV

Nach dem kräftigen Regen der vergangenen 24 Stunden ist die Waldbrandgefahr in Mecklenburg-Vorpommern vorerst gebannt. Alle Forstämter haben die Gefahrenstufen auf die niedrigste Stufe 1 zurückgesetzt. Die Niederschläge seien ausreichend gewesen, um die ausgetrockneten Waldböden wieder zu befeuchten, bestätigte ein Mitarbeiter der Waldbrandzentrale in Mirow bei Neustrelitz, von der aus die größeren Waldgebiete vom Stettiner Haff im Osten bis zur Lübtheener Heide im Westen zentral überwacht werden.

Warnung vor heftigem Starkregen

Am Donnerstag soll es insbesondere im östlichen Landesteil stark regnen. Am Mittwoch fielen örtlich teilweise rund 50 Liter Regen pro Quadratmeter - so etwa in Laage (Landkreis Rostock) und Tribsees (Landkreis Vorpommern-Rügen). In Westmecklenburg bescherte der Regen den Feuerwehren einige Einsätze. Nach Angaben eines Sprechers waren vor allem im Raum Crivitz (Landkreis Ludwigslust-Parchim) Keller vollgelaufen. Die Einsatzkräfte mussten am Nachmittag und Abend immer wieder ausrücken, um das Wasser abzupumpen.

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So hoch ist die Waldbrandgefahr in den Kreisen

Mit Hilfe dieser Karte des Landesforsts MV erkennen Sie die aktuellen Waldbrandwarnstufen der einzelnen Leitforstämter. So können Sie das Risiko für Ihre Region einschätzen. extern

25 Waldbrände in den vergangenen Wochen

In den vergangenen drei Wochen hatten zahlreiche Ernte- und Waldbrände die Feuerwehren im ganzen Land in Atem gehalten. Nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums wurden allein 25 Waldbrände gezählt. Dabei brannten rund 11 Hektar Wald. Der größte Brand war der an der A14 bei Groß Laasch (Landkreis Ludwigslust-Parchim). "Mit jedem Tropfen verringert sich die Feuergefahr", sagte die Sprecherin die Landesbauernverbands, Ann-Kristin Hanell, am Donnerstag in Neubrandenburg. Fast jeder Landwirt habe in den vergangenen Wochen irgendwo Rauch aufsteigen sehen.

Hohe Ernteeinbußen

Für Gerste, Weizen und Raps kam der Regen allerdings zu spät, wie Pflanzenbaureferent Frank Schiffner sagte. Die Ernte der Wintergerste ist weitgehend beendet. Die Ertragseinbußen liegen wie erwartet zwischen 30 und 50 Prozent. Mancherorts werden schon Raps und Weizen geerntet. Für Mais, Zuckerrüben, Kartoffeln und Gras sei der Regen aber noch hilfreich, hieß es.

Mirow: Mit 20 Kameras die Wälder im Blick

Auch in der Einsatzzentrale in Mirow herrschte während der Trockenperiode der vergangenen Wochen rege Betriebsamkeit. Dort laufen die Bilder der insgesamt 20 Überwachungskameras zusammen. Die Mitarbeiter der Zentrale müssen dann entscheiden, ob es sich tatsächlich um einen Brand handelt, oder nur Staub aufgewirbelt wurde. Insgesamt wurden in Mirow in den vergangenen drei Wochen 90 Brände im Land mithilfe der Überwachungskameras entdeckt - allein 17 an nur einem Tag. Die Zusammenarbeit mit den Feuerwehren habe sehr gut funktioniert, hieß es.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 12.07.2018 | 07:00 Uhr

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