Stand: 17.07.2019 15:02 Uhr

Kostenloses WLAN: Landesweit 234 neue Hotspots

Bild vergrößern
Auch die Konzertkirche Neubrandenburg soll einen Hotspot bekommen.

Die Landesregierung will die Digitalisierung in Mecklenburg-Vorpommern weiter voran treiben. Dazu sollen in den kommenden zwei Jahren landesweit 234 neue Hotspots für den mobilen Internetempfang errichtet werden. Vorgesehen sind sie vor allem an touristisch stark frequentierten Punkten. Mithilfe einer Studie hat das Wirtschaftsministerium die Standorte für das Projekt ermitteln lassen. Gesucht wurden dabei touristische Orte im Binnenland, die Bedarf an kostenlosem Internet-Zugang per WLAN haben. Das geht aus einer Antwort der Landesregierung auf eine kleine Anfrage der Linken hervor.

Einige Gemeinden profitieren mehrfach

Ein Schwerpunkt sind demnach die Tourist-Informationen der Städte und Nationalparks: Dort sollen mehr als 40 Hotspots installiert werden. Hinzu kommen vor allem Kirchen, Schlösser, Häfen, Museen, Rathäuser und Schleusen. Städte wie Loitz und Ueckermünde werden in der Studie gleich dreifach berücksichtigt. Die Mehrzahl der Gemeinden ist aber nur einmal eingeplant. Berücksichtigt wurden alle sechs Landkreise. Mit 55 Hotspots soll der Kreis Mecklenburgische Seenplatte die meisten erhalten, Nordwestmecklenburg mit 17 die wenigstens.

Überraschung an künftigen Standorten

Die potentiellen Empfänger der WLAN-Hotspots reagieren überrascht. Die meisten wussten noch gar nichts von ihrem Glück, wie zum Beispiel der Direktor des Fritz-Reuter-Literaturmuseums in Stavenhagen, Marco Zabel: "Das haben wir uns gewünscht, aber dass wir den bekommen?" Stavenhagens Stadtpräsident Klaus Salewski staunte, dass dafür nicht mal ein Antrag geschrieben werden musste: "Etwas in Empfang nehmen, das man nicht beantragt hat und für das man nichts bezahlen muss. Ich kann nur sagen: danke schön. Wir freuen uns."

Standorte nicht gesondert informiert

Auch der Manager der Neubrandenburger Konzertkirche, Manfred Tepper, hatte noch keine Information: "Wenn es geschenkt ist, nehmen wir alles - ob es nun Hotspot heißt oder Geld ist." Die Standorte für die Hotspots wurden vom Wirtschaftsministerium zwar nun im Zuge derr Antwort auf die Anfrage der Linken veröffentlicht, gesondert informiert hatte zuvor aber die Begünstigsten aber niemand.

Wer zahlt den Unterhalt?

Für die Gemeinden gibt es noch eine entscheidende Frage: Wer bezahlt die Kosten nach der Installation der Hotspots: für Verbindungsgebühren, Wartung und Reparatur. Laut Wirtschaftsministerium ist dieser Punkt noch nicht geklärt. Für Manfred Tepper von der Neubrandenburge Konzertkirche ist das kein Problem: "Wenn man ein Auto geschenkt bekommt, freut man sich. Aber es braucht auch Sprit - und da werden wir eine Finanzierung finden. Da bin ich überzeugt."

Budget ist nach der Installation aufgebraucht

In Städten wie Stavenhagen und Ueckermünde würde die Stadtvertreter aber gerne erstmal wissen, wie die Unterhaltskosten geregelt werden sollen. Denn die 500.000 Euro aus dem Programm "Digitale Agenda für Mecklenburg-Vorpommern", das vor einem Jahr beschlossen wurde, dürften für dieses Projekt aufgebraucht sein. Rund zehn Prozent hat allein die Studie gekostet. Die verbliebenen 90 Prozent gehen fast komplett für die Installation der WLAN-Zugänge drauf.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 17.07.2019 | 16:40 Uhr

Mehr Nachrichten aus Mecklenburg-Vorpommern

04:14
Nordmagazin
03:31
Nordmagazin