Stand: 08.08.2019 13:18 Uhr

Kastrationspflicht: Grundgesetz ist die Hürde

Der Deutsche Tierschutzbund in Mecklenburg-Vorpommern fordert erneut eine landesweite Kastrationsverordnung für Katzen. Die Organisation will damit das Leid der Straßenkatzen beenden. Unterernährt, krank und verletzt würden die meisten der Tiere täglich ums Überleben kämpfen, so die Landesvorsitzende des Deutschen Tierschutzbundes Kerstin Lenz. Jede Straßenkatze stamme von einer unkastrierten Hauskatze mit Freigang ab. Der Deutsche Tierschutzbund appelliert zudem an alle Katzenhalter, ihre Tiere kastrieren und darüber registrieren, also chippen zu lassen.

Grundgesetz schränkt Möglichkeit zu Kastrationspflicht ein

In den Tierheimen des Deutschen Tierschutzbundes warten zur Zeit über 600 Katzen auf ein neues Zuhause - davon 351 Jungtiere. Vor diesem Hintergrund verweist das Landwirtschaftsministerium darauf, dass das Tierschutzgesetz eine solche Kastrationsverordnung auf Länderebene zwar erlaube. Das Gesetz stünde dann allerdings dem durch das Grundgesetz garantierte Bestimmungsrecht des Eigentümers, also des Katzenhalters, entgegen. Es müsse zunächst versucht werden, die Katzenbesitzer auf freiwilliger Basis dazu zu bewegen, ihre Katzen kastrieren zu lassen.

Kastrationspflicht bisher nur in Rostock und Schwaan

Laut Ministerium ist dieser Versuch nur in Rostock und Schwaan nachweislich gescheitert und die Besitzer sogenannter Freigänger seien somit zur Kastration ihrer Tiere verpflichtet worden. Wohnungskatzen und Katzen mit umzäuntem Auslauf sind von der Kastrationspflicht ausgenommen. Zudem wurden auch mit Landesmitteln in den letzten vier Jahren ca 2.500 freilebende Katzen und Kater kastriert.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 08.08.2019 | 11:00 Uhr

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