Eine Frau bekommt eine Spritze in ihren Oberarm. © dpa-Bildfunk Foto: Frank Molter

Impftermine mit AstraZeneca in MV abgesagt

Stand: 16.03.2021 18:41 Uhr

Ministerpräsidentin Schwesig und Wirtschaftsminister Glawe haben weitere Informationen zur Test- und Impfstrategie in Mecklenburg-Vorpommern bekannt gegeben.

Wer in dieser Woche mit AstraZeneca geimpft werden sollte, erhält nach Angaben von Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) automatisch über die Impf-Callcenter des Landes einen neuen Terminvorschlag, sobald dies wieder möglich ist. Knapp 4.000 Impftermine verfallen demnach, fast 68.000 Impfdosen befänden sich sozusagen in Quarantäne. Am politischen Ziel, jedem Bürger im Land bis September ein Impfangebot zu machen, hält Glawe weiter fest. Der 21.September bleibt das politische Ziel, so der Gesundheitsminister.

Impfungen für über 80-Jährige gehen weiter

Die über 80-Jährigen sollen weiter geimpft werden. Sie erhalten den Impfstoff von Biontech/Pfizer. Bis jetzt seien 108.000 Anschreiben an über 80-Jährige Personen geschickt worden, in drei Wochen sei diese Impfgruppe voraussichtlich vollständig geimpft. Dann kämen die über 70-Jährigen dran. Nach Angaben von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) sollen 15.000 Biontech-Impfdosen aus der Rücklage freigegeben werden. Mehr Klarheit über das weitere Vorgehen mit dem Impfstoff von AstraZeneca soll ein Impfgipfel mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) voraussichtlich am Donnerstag Nachmittag bringen.

Mehr als 50 Prozent britische Variante

Ministerpräsidentin Schwesig äußerte sich besorgt über die Corona-Lage im Land. Die dritte Welle habe auch in Mecklenburg-Vorpommern begonnen und die britische Mutation des Coronavirus breite sich weiter aus. Bei mehr als 50 Prozent aller Neuinfektionen handle es sich um die britische Variante. Auch die südafrikanische Variante sei auf dem Vormarsch. Wissenschaftler rechnen laut Schwesig mit steigenden Zahlen. Daher müssten Corona-Lockerungen sehr vorsichtig angegangen werden.

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Testzentren sollen ausgebaut werden

Die Strategie "Testen, Impfen, Öffnen" wird nach Worten Schwesigs beibehalten. Alle Bürgerinnen und Bürger sollen sich weiterhin ein Mal in der Woche kostenlos testen lassen können, bisher beteiligen sich auch 80 Apotheken im Land. Auch die Testzentren sollen weiter ausgebaut werden, damit sich auch Einwohnerinnen und Einwohner im ländlichen Raum möglichst einfach testen lassen können. Zwei Testzentren an der deutsch-polnischen Grenze stünden für Pendler zur Verfügung. Eine sinnvolle Teststrategie sei für weitere Öffnungsschritte unerlässlich.

Schnelltests sollen 24 Stunden lang gelten

Das Ergebnis eines Schnelltests soll laut Wirtschaftsminister Glawe von kommendem Montag an für 24 Stunden gelten. Noch in dieser Woche solle die Landesverordnung entsprechend geändert werden. Laut Corona-Landesverordnung ist bislang ein tagesaktueller Schnell- oder Selbsttest notwendig, um zur Kosmetikbehandlung zu gehen, weil dort das Tragen einer Maske nicht möglich ist. Künftig soll beispielsweise das Testergebnis vom Nachmittag ausreichen, um am folgenden Vormittag eine solche Behandlung erhalten zu können.

Selbsttests auch in den Schulen

Corona-Schnelltests sollen auch verstärkt in Kitas und an Schulen eingesetzt werden. Ab Mittwoch stünden in Schulen auch vermehrt Selbsttests zur Verfügung. Daher könnten auch wieder mehr Schülerinnen und Schüler in den Präsenzunterreicht gehen. "Ich wünsche allen, dass dieser Start morgen gut gelingt," sagte Schwesig. Studien aus Österreich, wo die Schulöffnungen von regelmäßigen Corona-Schnelltests begleitet würden, hätten gezeigt, dass die Schulen keine Treiber der Pandemie seien.

GEW fordert Verschiebung der Öffnung auf nach Ostern

Die Lehrergewerkschaft GEW forderte dagegen nach dem vorläufigen Stopp der Impfungen mit AstraZeneca eine Verschiebung der Öffnungsschritte auf die Zeit nach Ostern. Es gebe auch noch Unklarheiten im Umgang mit den Corona-Selbsttests, erklärten die beiden GEW-Landesvorsitzenden Annett Lindner und Maik Walm. "Der Dreiklang von Impfen, Testen, Öffnen ist nun nicht mehr haltbar", argumentierten sie. Viele Lehrkräfte fürchteten bei weiteren Öffnungsschritten um ihre Gesundheit.

Luca App kann in allen Landkreisen eingesetzt werden

Die Corona-Luca-App wird laut Schwesig gut im Land angenommen, sie könne in allen Landkreisen eingesetzt werden und helfe bei den Öffnungsschritten. Rostock werde als Pilotstadt verschiedene Öffnungsschritte in Schulen und Kitas sowie Sport- und Kulturstätten testen. Über die Details solle mit allen betroffenen Ministerien beraten werden. Über die Anzahl möglicher Zuschauer in Sportstadien soll noch in dieser Woche entschieden werden.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 16.03.2021 | 16:00 Uhr

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