Hausärzte in MV impfen nun auch Menschen ab 60

Stand: 07.04.2021 07:20 Uhr

Seit Mittwoch impfen die Hausärzte in Mecklenburg-Vorpommern landesweit gegen Corona. Ihr Verband fürchtet jedoch Lieferengpässe beim Impfstoff.

Die Hausärzte in Mecklenburg-Vorpommern können heute flächendeckend mit dem Impfen gegen Corona beginnen. Sie sollen in dieser Woche mehr als 50.000 Impfdosen des Wirkstoffs von AstraZeneca erhalten. Wie viele der 1.700 in Frage kommenden Ärzte tatsächlich mit dem Impfen beginnen, konnte der Hausärzteverband allerdings nicht sagen. Auch hätten einige weniger als die maximale Menge von je 50 Dosen für die erste Woche bestellt. Insgesamt ist der Verband zwar zuversichtlich, die Quote der Geimpften spürbar steigern zu können. Dennoch befürchtet er Lieferengpässe. Das könnte dazu führen, dass die Impf-Kapazität der Hausärzte nicht vollständig genutzt werden kann.

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Praxen gut vorbereitet

Der Ablauf in den Praxen selbst sei schon gut vorbereitet. Einige Hausärzte haben bereits in den vergangenen Wochen medizinisches Personal geimpft und geben ihre Erfahrungen jetzt an die Kolleginnen und Kollegen weiter. Die Hausärzte planen deutlich mehr Zeit für die Aufklärung ein. Gerade durch das hin und her beim Impfstoff AstraZeneca erwarten die Ärzte mehr Redebedarf bei den Patienten. Einige Hausärzte wollen deshalb außerhalb der normalen Sprechstunde die Covid-19 Impfung gebündelt durchführen. Das mache das Aufklären und das Beobachten nach dem Impfen einfacher. Bei der Auswahl der Impfwilligen priorisieren die Ärzte neben dem Alter auch den Gesundheitszustand der Patienten.


Impf-Termine für über 60-Jährige

Hausärzte können auch Menschen impfen, die mindestens 60 Jahre alt sind, aber keiner Prioritätengruppe angehören. Die Hausärzte sollen in dieser Woche vom Land rund 31.000 Dosen des AstraZeneca-Wirkstoffs erhalten und vom Bund weitere 20.000 Dosen. Auch für die Hausarztpraxen gilt generell die festgelegte Reihenfolge, wer zuerst geimpft werden kann. Eine zentrale Einladung für die Patienten gibt es nicht, wie das Bundesgesundheitsministerium erläutert. Wie sie Impftermine vergeben, können die Praxen selbst regeln - zum Beispiel per Telefon oder mit Online-Buchungen. Einzelne Ärzte impfen - auch im Zuge von Modellprojekten - bereits seit Januar.

Zweitimpfungs-Reserven werden für Erstimpfung eingesetzt

Die Impfzentren wollen das Tempo ebenfalls erhöhen. Dort soll mehr Impfstoff geliefert werden, außerdem werden Sicherheitsreserven für Zweitimpfungen schon für Erstimpfungen eingesetzt. In ganz Mecklenburg-Vorpommern haben laut zuständigem Landesamt rund fünf Prozent der Einwohner bisher eine Zweitimpfung erhalten, die erste Spritze erhielten etwas mehr als zehn Prozent.

 

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 07.04.2021 | 08:00 Uhr

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