Habeck in MV: Konverterbau für Offshore-Anlagen kommt nach Rostock

Stand: 13.09.2023 21:05 Uhr

In Rostock hat am Mittwoch die erste Jahrestagung "Regionale Transformation Gestalten" begonnen. Auf der vom Bundeswirtschaftsministerium ins Leben gerufenen Konferenz war auch Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Die Grünen) zu Gast.

Habeck zeigte sich bei der Konferenz in Rostock zuversichtlich, dass in der Hansestadt künftig Konverterplattformen für Offshore-Windkraftanlagen gebaut werden. "Ich bin heute sicher, dass dieser Konverterbau in Rostock stattfinden wird", sagte der Bundeswirtschaftsminister. Es habe "konkurrierende Ansprüche" der Bundeswehr gegeben. Dieses Konkurrenzverhältnis löse sich aber auf. Allerdings sei noch nichts unterschriftsreif. Als zweiten Standort für den Konverterbau nannte Habeck Bremerhaven.

Seit Monaten Gespräche über Bau von Konverterplattformen

Über den geplanten Bau von Konverterplattformen auf einem Teil der Marinearsenal-Werft in Rostock-Warnemünde laufen seit Monaten Gespräche. Der Bund hatte die Werft nach der Insolvenz der MV-Werften-Gruppe im Sommer vorigen Jahres gekauft und zum 1. August 2022 übernommen. Das Marinearsenal setzt mit seinen rund 500 Beschäftigten dort planmäßig vier Marineschiffe im Jahr instand. Dem Vernehmen nach werden aber nur rund zwei Drittel der Fläche voll genutzt.

Weitere Informationen
Der Offshore-Windpark "Wikinger" in der Ostsee nordöstlich von Rügen ist mit 70 Anlagen fertiggestellt. © Iberdrola

Land startet neuen Anlauf für Smulders in Rostock

Brandbrief an den Bund: Die Landesregierung fordert von der Ampel-Koalition klare Signale für Smulders-Ansiedlung in Rostock. mehr

Neben dem belgischen Stahlbauunternehmen Smulders meldete in der Vergangenheit auch die deutsche Neptun-Meyer-Gruppe, die am Standort Warnemünde unter anderem Flusskreuzfahrtschiffe baut, Interesse an der Nutzung dieser Flächen für den Offshore-Konverterplattformbau an.

Klimawandel, Digitalisierung, Demografie

Die Konferenz "Regionale Transformation Gestalten" dauert noch bis morgen. Sie findet zum ersten Mal statt - und das in Rostock. Die Tagung wurde vom Bundeswirtschaftsministerium ins Leben gerufen und soll jährlich in einem anderen Bundesland stattfinden. Sie befasst sich mit anstehenden Veränderungsprozessen etwa durch den Klimawandel, die demografische Entwicklung und die digitale Transformation. Es gibt sieben Workshops auf der Veranstaltung, die sich je nach Thema an Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft, Kommunen, Politik und Forschung richten.

Meyer: Die ganze Gesellschaft einbinden

Landeswirtschaftsminister Reinhard Meyer (SPD) eröffnete am Mittwoch die Konferenz. Er wies auf die drei stärksten Branchen in Mecklenburg-Vorpommern hin, die sich in einem großen Wandel befänden: Die maritime Wirtschaft, der Tourismus und die Gesundheitswirtschaft. Alle Bereiche hätten ähnliche Herausforderungen, so etwa den Fachkräftemangel, den Umstieg in eine technisierte Welt, die Umstellung auf klimafreundlichere Arbeitsweisen.

Und dabei müssten Unternehmen aber auch wirtschaftlich bleiben. Die ganze Gesellschaft müsse in diese Prozesse eingebunden werden. "In diesen Umbrüchen ist es immer ganz wichtig, dass nicht nur Politik Vorgaben macht, sondern sie auch erklärt und die Menschen mitnimmt", so Meyer.

EU-Abgeordnete und Wirtschaftsexperten der US-Regierung

Redner waren neben Habeck und Meyer unter anderem der Präsident des Deutschen Landkreistages, Reinhard Sager, und IG-Metall-Chef Jörg Hofmann. Auf dem Plan für Mittwoch stand auch eine Exkursion für die Teilnehmer. Rund 400 Gäste sind zu der Konferenz geladen, darunter Vertreter aus der hiesigen Wirtschaft, aber auch EU-Abgeordnete und Wirtschaftsexperten der US-Regierung nehmen teil.

Weitere Informationen
Ein LNG-Shuttle-Tanker liegt vor der Küste der Insel Rügen. © picture alliance/dpa Foto: Stefan Sauer

LNG auf Rügen: Bund und Land verhandeln über Millionen-Projekte in MV

Großinvestitionen in die vorpommersche Infrastruktur und den Ausbau des Hafens in Mukran auf Rügen stehen im Raum. mehr

Eine Baumaschine verlegt Rohre für die LNG-Anbindung. © picture alliance/dpa/Lars Klemmer Foto: Lars Klemmer

LNG-Terminal in Mukran: Habeck mahnt zügiges Genehmigungs-Verfahren an

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) fordert von der Landesregierung, dass das Genehmigungsverfahren für das LNG-Terminal in Mukran beschleunigt wird. mehr

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) und Landeswirtschaftsminister Reinhard Meyer (SPD) auf Rügen. © dpa Foto: Stefan Sauer

Liveticker: Habeck betont auf Rügen erneut LNG-Notwendigkeit

Auch der erneute Besuch vom Bundeswirtschaftsminister hat noch keine Entscheidung zum Standort gebracht. mehr

Das Modell einer Klärschlamm-Verbrennungsanlage der Firma EEW (Energy from Waste). © NDR

Millionen-Investitionen für Methanolwerk und Solarpark in Stavenhagen

Die Firma EEW will in Stavenhagen Methanol aus einem Abfallprodukt der Klärschlamm-Verbrennung gewinnen. mehr

Menschen steigen aus einer Regionalbahn aus. © picture alliance/dpa/Christoph Soeder Foto: Christoph Soeder

Land bestellt Zusatz-Züge zwischen Berlin und Stralsund

Weitere Strecken können laut Verkehrsminister Meyer erst 2024 entlastet werden. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Nachrichten aus Mecklenburg-Vorpommern | 13.09.2023 | 19:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Mecklenburg-Vorpommern

Wolgast: Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius hält bei der Kiellegung der Fregatte F126 "Niedersachsen" auf der Peene-Werft einen Hammer in der Hand. Neben ihm stehen Manuela Schwesig (SPD, l), Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, und Stephan Weil (SPD, 2.v.r), Ministerpräsident von Niedersachsen. © Stefan Sauer/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ Foto: Stefan Sauer/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

3,2 Milliarden Euro für zusätzliche Fregatten: Bau in Wolgast möglich

Ein erstes Schiff der neuen Baureihe von Fregatten des Typs 126 wurde in der vergangenen Woche in Wolgast auf Kiel gelegt. mehr

Die neue NDR MV App

Ein Smartphone zeigt die Startseite der neuen NDR MV App © NDR Foto: IMAGO. / Bihlmayerfotografie

Mecklenburg-Vorpommern immer dabei - die neue NDR MV App

Artikel, Podcasts, Livestreams: Die NDR MV App ist ganz neu: übersichtlich, kompakt, benutzerfreundlich, aktuell. mehr

Das Logo von #NDRfragt auf blauem Hintergrund. © NDR

Umfrage: Ist Wohnen bald unbezahlbar?