Stand: 11.08.2020 15:25 Uhr  - NDR 1 Radio MV

Gewerkschaft fordert Rettungspaket für Bildung

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft fordert ein Rettungspaket für die Bildung in Mecklenburg-Vorpommern unter Pandemie-Bedingungen. Gerade jetzt zeige sich, dass viele Schulen weder personell, noch räumlich oder technisch gut gerüstet sind. Der Mangel an vielen Schulen gefährde die Bildung der Kinder, so die GEW-Landesvorsitzenden Annett Lindner und Maik Walm. Außerdem würden Ungleichheiten verschärft, die nicht mehr nur auf die soziale Herkunft der Schüler, sondern auch auf die geographische Lage der Schule zurückführbar sind.

GEW: Bildung braucht frisches Geld statt Umschichtungen

Analog zu den Maßnahmen für die Wirtschaft fordert die Landesgewerkschaft deshalb ein Rettungspaket. Bildung brauche frisches Geld und keine Umschichtungen, die zu Lasten anderer Maßnahmen gehen. Der Schulausbau, die Digitalisierung und der Lehrkräftemangel müssten sofort und konsequent angegangen werden. Die Lehrer-Einstellungs-Zahlen zeigten, dass die Lage an den Schulen alarmierend sei.

Knapp 300 Lehrerstellen in MV bislang unbesetzt

Das Bildungsministerium hatte am Montag veröffentlicht, dass knapp 300 ausgeschriebene Lehrerstellen in Mecklenburg-Vorpommern bisher nicht besetzt werden konnten. Landesweit waren 942 Stellen ausgeschrieben. Nur 639 Lehrerinnen und Lehrer konnten die Schulen gewinnen. Manche Besetzungsverfahren laufen jedoch noch. Ein Drittel der neuen Lehrkräfte ist Seiteneinsteiger, also ohne Lehramtsstudium. Die Besetzungslücke fällt umso mehr ins Gewicht, weil die Schulen auch auf gut 190 Lehrkräfte verzichten müssen, die aufgrund ihres hohen Risikos, sich mit dem Coronavirus zu infizieren, nur Zuhause arbeiten können.

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NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 11.08.2020 | 16:00 Uhr

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