Stand: 20.12.2019 13:20 Uhr

Gesundheitsausschuss begrüßt Vereinbarungen zu Crivitz

von Stefan Ludmann, NDR 1 Radio MV

Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) spricht in ein Mikrofon. © NDR Foto: Virginie Konarski
Gesundheitsminister Glawe zeigte sich mit Blick auf die Verhandlungen mit den Klinikkonzernen optimistisch. (Archivbild)

Der Gesundheitsausschuss des Landtags hat die neuen Vereinbarungen zur Geburtsstation in Crivitz begrüßt. Vertreter aller Fraktionen äußerten sich zufrieden, dass eine schnelle Schließung der Abteilung vorerst vom Tisch ist. Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) hatte die Abgeordneten zuvor über Einzelheiten der Nach-Verhandlungen mit den Klinik-Konzernen MediClin und Asklepios informiert. Danach wird die Geburtshilfe in Crivitz nicht wie eigentlich geplant zum Jahresende geschlossen, sondern bis mindestens Ende Juni 2020 bestehen bleiben.

Keine Auskunft zu Details

Von einem erfreulichen Ergebnis sprach danach der AfD-Abgeordnete Dirk Lerche, er gehe "positiv gestimmt" ins neue Jahr. Im Vergleich zum Stand vor zwei Wochen sei jetzt für Crivitz deutlich mehr erreicht worden, lobte der SPD-Abgeordnete Philipp da Cunha. Am Krankenhaus in Parchim werde zwar die Kinderstation nicht wieder eröffnet, allerdings biete die vereinbarte Kindertagesklinik die Chance, schnell wieder eine richtige Abteilung aufzubauen. Zu Details eines neuen Konzepts für die beiden Standorte in Crivitz und Parchim wollte sich da Cunha nicht äußern. "Wir lassen es komplett offen, wie diese Lösung aussehen kann." Eine Übernahme durch die öffentliche Hand wollte er nicht ausschließen, es könnten auch einzelne Bereiche der Kliniken kommunalisiert werden. Das müssten die weiteren Vehandlungen in den nächsten acht bis zehn Wochen ergeben.

Glawe zeigt sich weiter optimistisch

Der Gesundheitsexperte der Linken, Torsten Koplin, sagte, der Einstieg des Landkreises müsse auf der Tagesordnung bleiben. "Das ist eine zentrale Option", erklärte er. Sein CDU-Kollege Sebastian Ehlers äußerte sich skeptisch. Auch eine Re-Kommunalisierung könne das fehlende Personal nicht bringen. Kritisch äußerte sich auch Minister Glawe. Erst einmal müssten Betreiber auch verkaufen wollen. "Einfach mit Re-Kommunalisieurng durchs Land zu ziehen, hilft keinem." Glawe sagte mit Blick auf die anstehenden Verhandlungen zur Zukunft der Standorte: "Ich bin da optimistisch, dass wir eine vernünftige Lösung hinkriegen."

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 20.12.2019 | 13:00 Uhr

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