Stand: 21.08.2018 15:00 Uhr

Festakt mit Kanzlerin: "Crystal Endeavor" liegt auf Kiel

Auf den MV-Werften in Stralsund ist heute mit einer feierlichen Zeremonie die weltweit größte Expeditionsyacht mit Eisklasse auf Kiel gelegt worden. Es ist auf der früheren Volkswerft der erste Schiffsneubau seit der Übernahme durch die malaysische Genting-Gruppe.

Merkel: "Ein sehr emotionaler Moment"

Die ganze Belegschaft war bei der Kiellegung dabei, die Mitarbeiter sichtlich erleichtert. Viele haben hier auch die Zeiten erlebt, als keine Schiffe mehr gebaut wurden, hieß es. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sprach von einem sehr emotionalen Moment. Auch Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) und Harry Glawe (CDU) waren bei der Kiellegung vor Ort.

Zwei weitere Expeditionsschiffe geplant

Die "Crystal Endeavor" ist ein 6-Sterne-Luxus-Schiff, das bis zu 200 Passagiere an Bord nehmen kann und die erste von drei Expeditionsyachten, die bis 2021 gefertigt werden. Ausgestattet mit der weltweit höchsten Eisklasse 6 kann sie bis zu ein Meter dickes Eis brechen. Nach Angaben der Werft wird sie in den Gewässern am Nord- und Südpol sowie in tropischen Regionen eingesetzt werden. Die Fertigstellung ist für Ende kommenden Jahres vorgesehen. Durch den Bau ist, laut eines Werftensprechers, die Zahl der Mitarbeiter inzwischen von 300 auf 515 gestiegen. Und sie soll noch auf 600 anwachsen. Mit den beiden nachfolgenenden Expeditionsyachten wäre die Werft bis 2021 ausgelastet.

Kiellegung der "Crystal Endeavor" sorgt für Optimismus

Weitere Investitionen in Werftstandorte geplant

Derzeit sind an den drei Standorten Wismar, Rostock und Stralsund insgesamt 2.500 Mitarbeiter beschäftigt, Tendenz steigend. Auf der Homepage des Unternehmens sind derzeit mehr als 50 Stellenangebote allein in der Produktion verzeichnet. Vom Betriebsingenieur über den Schweißer bis zum Instandhaltungselektriker werden Fachkräfte gesucht. Zum Herbst werden rund 100 Auszubildende ihre Ausbildung beginnen. Die Genting Gruppe will auch weiterhin in die Standorte im Nordosten investieren. Insgesamt ist von rund 250 Millionen Euro die Rede. Seit dem Frühjahr hat das Unternehmen mit Peter Fetten außerdem einen neuen Geschäftsführer, nachdem Jarmo Laakso das Unternehmen Ende Juli aus Altergründen verlassen hat. Als Berater bleibe er der Gruppe jedoch erhalten, hieß es.

Bürgschaften für Kreuzfahrtschiffe in Wismar und Rostock?

Derweil wird in Wismar und Warnemünde ein Schiff der sogenannten Global Class gebaut, das bislang größte je in Deutschland gebaute Kreuzfahrtschiff. Für die Bauzeitfinanzierung werden Bürgschaften von Land und Bund in Höhe von etwa 740 Millionen Euro benötigt. Bisher wurden diese zu 40 Prozent vom Land und 60 Prozent vom Bund übernommen. Eine Entscheidung darüber, ob die Bürgschaften gewährt werden, wird für Ende des Jahres erwartet.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 21.08.2018 | 14:00 Uhr

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