Raketen und Knallkörper in einem Verbotsschild © PantherMedia, Fotolia Foto: -

Feinstaubbelastung an Silvester in MV deutlich zurückgegangen

Stand: 04.01.2021 15:22 Uhr

Durch das Verkaufsverbot für Feuerwerk und das Untersagen von Pyrotechnik auf öffentlichen Plätzen zum Jahreswechsel ist die Feinstaubbelastung deutlich zurückgegangen.

Jahrelang stieg der Verkauf von Feuerwerkskörpern in Mecklenburg-Vorpommern kontinuierlich an. Tonnenweise gingen Raketen, Blitzknaller, bengalische Feuer und Feuerwerks-Batterien über die Ladentische - ein Riesengeschäft mit hohen Umsätzen. In diesem Jahr war das Abbrennen auf öffentlichen Plätzen und der Verkauf von Pyrotechnik untersagt worden. Damit sollte die Ausbreitung des Coronavirus nicht weiter gefördert und die Krankenhäuser nicht unnötig belastet werden.

Feinstaub zu Silvester geht um etwa 700 Prozent zurück

Nach Angaben von Meinolf Drüeke vom Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie in Güstrow ist die Feinstaubbelasung durch die eingeschränkte Silvester-Böllerei messbar zurückgegangen. In Mecklenburg-Vorpommern gibt es 15 Luftgüte-Messstationen zwischen Wismar, Stralsund, Schwerin und Löcknitz. Den stärksten Rückgang bei der Feinstaubbelastung verzeichnete die Station in Rostock am Holbeinplatz. Dort wurden zum Jahreswechsel 2019/2020 knapp 300 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter gemessen, nach der vergangenen Silvesternacht waren es nur noch 40 Mikrogramm - das ist ein Rückgang um das 7,5-fache.

Schwerin hatte zu Silvester den höchsten Feinstaubwert

Ähnliche Ergebnisse meldete die Messstation in Stralsund am Knieper Damm. In Neubrandenburg ist die Feinstaubbelastung in der Silvesternacht um etwa Dreiviertel zurückgegangen. Den höchsten Feinstaubwert zum Jahreswechsel wurde in Schwerin am Obotritenring gemessen, mit etwa 50 Mikrogramm pro Kubikmeter. Auch dort sei der Wert etwa um die Hälfte geringer als im Vorjahr mit mehr als 100 Mikrogramm pro Kubikmeter, sagte Drüeke vom Landesumweltamt.

Deutlich weniger Schwermetalle in der Silvester-Luft

Um bei Feuerwerk Knalleffekte zu erreichen, wird beispielsweise Kaliumnitrat und Schwefel verwendet. Mit Kupfer, Blei und Arsen wird unter anderem erreicht, dass Raketen in verschiedenen Farben leuchten. Durch das Verkaufsverbot von Feuerwerk seien also deutlich weniger Schwermetalle und andere chemische Stoffe in die Luft geschossen worden, sagte Drüeke. Entscheidend für die Bewertung der Feinstaubbelastung im Land sei die Silvester-Böllerei aber nicht, denn dabei werde die Belastung über das gesamte Jahr betrachtet. Homeoffice und der damit zurückgegangene Autoverkehr hätten einen deutlich größeren Einfluß auf eine positive Feinstaubbilanz, so Drüeke.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 04.01.2021 | 16:00 Uhr

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