Stand: 23.10.2019 21:43 Uhr

Erinnerung an Wendeherbst 1989 in Schwerin

Bild vergrößern
Im Oktober 1989 zogen Zehntausende Demonstranten durch Schwerin. (Archivbild)

Mit einem Gottesdienst im Schweriner Dom ist am Mittwochabend der ersten Montagsdemo vor 30 Jahren gedacht worden. Die Festrede hielt der ehemalige Bundespräsident Joachim Gauck. Er war seinerzeit als Pfarrer in Rostock an den Demonstrationen beteiligt. Initiatoren der Veranstaltung waren unter anderem die Landesbeauftragte für Mecklenburg-Vorpommern für die Aufarbeitung der SED-Diktatur, die Stadt Schwerin sowie das Mecklenburgische Staatstheater.

Kirchgänger, die in den Bänken der Kirche sitzen.

Montagsdemos: Gedenkveranstaltung in Schwerin

Nordmagazin -

Mit einer Festveranstaltung im Schweriner Dom wird an die friedliche Revolution vor 30 Jahren erinnert. Am 23. Oktober 1989 hat es in Schwerin die erste Montagsdemonstration gegeben.

2,33 bei 3 Bewertungen

Mit von 5 Sternen

bewerten

Vielen Dank.

schließen

Sie haben bereits abgestimmt.

schließen

Gauck: Freiheit verteidigen und mitzugestalten

In seiner Festrede zum Gedenken an die friedliche Revolution vor 30 Jahren rief Altbundespräsident Gauck dazu auf, Verantwortung für sich und andere zu übernehmen. In der Zuwendung zum Gegenüber könne die schönste Form der Freiheit erfahren werden, sagte er am Mittwochabend im voll besetzten Schweriner Dom vor mehr als 1.000 Besuchern. Wer es nicht gelernt habe, in einem schöpferischen Leben Eigenverantwortung zu trainieren, der werde es schwer haben, in der Stunde der Freiheit die Freiheit tatkräftig als Akteur zu gestalten, so Gauck. Demokratie sei keine Einladung zur Party, sondern zur Eigenverantwortung, sagte der Altpräsident weiter. Es gebe viele Möglichkeiten der Mitwirkung, etwa in Bürgerinitiativen, Vereinen oder in der Nachbarschaft. Freiheit sei Verantwortung.

Zehntausende 1989 mit Kerzen und Transparenten

Als das Neue Forum am 23. Oktober 1989 zur ersten Montagsdemo in Schwerin aufrief, kamen mehr als 40.000 Menschen zum Alten Garten, um ihren Forderungen nach politischen Veränderungen Nachdruck zu verleihen. Mit Kerzen und Transparenten setzten sie damals ein Zeichen für Demokratie und Freiheit und wurden so Teil einer DDR-weiten Bewegung, die das SED-Regime schließlich zum Sturz brachte.

Zeichen für Demokratie und Freiheit

Auch heute bleibe es wichtig, Zeichen für Demokratie und Freiheit zu setzen, so die Landesbeauftragte Mecklenburg-Vorpommerns für die Aufarbeitung der SED-Diktatur, Anne Drescher. Die Festveranstaltung ging mit einem Kerzenumzug zum Markt zu Ende. Dort stellten Schüler der Niels-Stensen-Schule ihre Geschichtsprojekte vor.

Weitere Informationen

Mauerfall: Neu geboren 1989

Am 9. November 1989 fällt überraschend die Mauer. In sechs Multimedia-Dokus tauschen sich Zeitzeugen, die damals 30 Jahre alt waren, mit jungen Menschen aus, die heute 30 Jahre alt sind. mehr

MV gedenkt friedlicher Revolution 1989 in Waren

16.10.2019 19:00 Uhr

In Waren haben Politiker an die friedliche Revolution vor 30 Jahren erinnert. In der Stadt an der Müritz gab es 1989 die ersten Demonstrationen in MV für Demokratie und Freiheit. mehr

Friedliche Revolution 1989 im Nordosten begann in Waren

16.10.2019 05:30 Uhr

In Waren gab es im Herbst 1989 die ersten Demonstrationen in MV für Demokratie und Freiheit. Wenige Tage später ziehen in vielen größeren Städten im Nordosten Zehntausende über die Straßen. mehr

30 Jahre grenzenlos - Das Dossier zum Mauerfall

Massenfluchten und Montagsdemos bringen im Herbst 1989 das DDR-Regime ins Wanken. Am 9. November fällt überraschend die Mauer in Berlin. Das Dossier zu einer bewegten Zeit. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 23.10.2019 | 20:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Mecklenburg-Vorpommern