Stand: 06.06.2020 12:20 Uhr  - NDR 1 Radio MV

Ein Monats-Abo für den Ernteanteil

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Johannes Walzer und Laura Koch haben sich für die sogenannte Solidarische Landwirtschaft entschieden.

Solidarische Landwirtschaft ist eine Form der Agrarwirtschaft, die stetig wächst. Was diese Betriebe produzieren, verkaufen sie direkt an ihre Stammkunden, die dafür einen monatlichen Festbetrag im Voraus bezahlen. So finanzieren die Kunden die komplette Arbeit der Landwirte. In Mecklenburg-Vorpommern gibt es inzwischen 14 solidarische Landwirtschaftsbetriebe. Beim "Lebendigen Landbau" in Boienhagen bei Upahl im Kreis Nordwestmecklenburg erstrecken sich etliche Beetreihen, jede knapp einen Meter breit, über einen Hektar Ackerfläche direkt hinter dem alten Bauernhaus.

Saisonal, regional und ohne Zwischenhändler

Ringsum Kleefelder, zwei Gewächshäuser, Sträucher, Wald, eine Streuobstwiese. Vor zwei Jahren haben Laura Koch und Johannes Walzer hier auf sieben Hektar ihren Betrieb gegründet. "Mir wurde dann aber relativ schnell klar, dass ich Kontakt zu den Menschen haben möchte, für die wir arbeiten", sagt Johannes Walzer "und das Modell der solidarischen Landwirtschaft ist das, was wir als zukunftsfähig ansehen." Kurze Wege, regional und saisonal, aber vor allem keine zusätzlichen Kosten für Zwischenhändler - das sind die Gründe, warum der studierte Ökolandwirt von dem Konzept der Solidarischen Landwirtschaft überzeugt ist: "Das Besondere daran ist, dass wir eine feste Abnehmergemeinschaft haben. Das heißt, die Leute, für die wir erzeugen, gehen mit uns eine Abnahmevereinbarung für ein Jahr ein. Sie zahlen dann einen monatlichen Mitgliedsbeitrag und erhalten jede Woche einen Ernteanteil."

Kapazitätsgrenze erreicht

Zu Beginn des Jahres legen die Landwirte eine bestimmte Summe fest, die sie für das bevorstehende Jahr benötigen. Die Abnehmer zahlen, je nach Geldbeutel, einen mehr oder weniger hohen Anteil - solidarisch eben. Im Schnitt liegen die Beiträge beim "Lebendigen Landbau" bei 70 Euro pro Monat. Kopfsalat, Fenchel, Rote Bete. In der Abholhalle neben dem Feld durchstöbert eine Kundin die Kisten. Einmal die Woche fährt sie von Wismar nach Boienhagen um sich ihren Anteil abzuholen. "Ich finde das toll, dass so junge Leute so etwas in dieser Zeit wieder auf die Beine stellen“, lobt sie. Angefangen haben die Landwirte mit 15 Mitgliedern. Inzwischen versorgt der "Lebendige Landbau" 120 Familien und Gemeinschaften in der Region mit Obst, Gemüse, Kräutern und Eiern. Vorerst haben sie ihre Kapazitätsgrenze erreicht, momentan können sie keine neuen Mitglieder aufnehmen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 06.06.2020 | 12:10 Uhr

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