Stand: 10.08.2020 17:47 Uhr  - NDR 1 Radio MV

Ein Drittel der neuen Lehrerstellen nicht besetzt

Am Innerstädtischen Gymnasium Rostock ISG gehen die Schüler der 9a nach ihrer Begrüßung mit Klassenleiterin Ines Gottwald mit Mund-Nasen-Schutz wieder ins Schulgebäude. © dpa-Bildfunk Foto: Bernd Wüstneck
Am Innerstädtischen Gymnasium Rostock ISG wurden Schüler am ersten Schultag auf dem Hof begrüßt, bevor sie mit Mund-Nasen-Schutz ins Schulgebäude gingen.

Eine Woche nach dem Beginn des neuen Schuljahres hat Bildungsministerin Bettina Martin (SPD) eingeräumt, dass etwa ein Drittel der ausgeschriebenen Lehrerstellen in Mecklenburg-Vorpommern noch nicht besetzt werden konnte. Landesweit waren 942 Stellen ausgeschrieben. Nur 639 Lehrerinnen und Lehrer konnten die Schulen gewinnen. Manche Besetzungsverfahren laufen jedoch noch. Ein Drittel der neuen Lehrkräfte ist Seiteneinsteiger, also ohne Lehramtsstudium. Die Besetzungslücke fällt umso mehr ins Gewicht, weil die Schulen auch auf gut 190 Lehrkräfte verzichten müssen, die aufgrund ihres hohen Risikos, sich mit dem Coronavirus zu infizieren, nur Zuhause arbeiten können. Die bildungspolitische Sprecherin der Linksfraktion, Simone Oldenburg, kritisierte die Lehrer-Lücke. Damit werde Mecklenburg-Vorpommern weiter an der Spitze der Schul- und Ausbildungsabbrecher stehen und der Unterrichtsausfall werde ins Uferlose steigen.

Martin: Gesundheitsämter tragen Verantwortung

Im Umgang mit Corona-Infektionen an den Schulen will Martin flächendeckende Schulschließungen vermeiden. Bei Verdachtsfällen müsse schnell und punktuell in den Regionen gehandelt werden, wie es in den Fällen der derzeit betroffenen Schulen in Graal-Müritz, Ludwigslust und Rostock geschehen sei, sagte Martin am Montag. Selbst wenn sich die Infektionen in einer Region häuften, seien die Gesundheitsämter verantwortlich zu entscheiden, was zu tun ist. Im Übrigen gebe es kein festgelegtes Limit, das erreicht werden müsse, damit das Bildungsministerium die Entscheidungsgewalt an sich zieht.

Hilfe fürs digitale Lernen

Das Ministerium habe den von Corona-Infektionen betroffenen Schulen allerdings Hilfe, zum Beispiel für das digitale Lernen, angeboten, sagte Martin. Eine der Schulen will sich eine Lern-Plattform freischalten lassen, um Schüler in Quarantäne auch zuhause unterrichten zu können. Viele Schulen hatten in der vergangenen Woche jedoch erhebliche Probleme mit der Plattform. Die seien inzwischen behoben, so Martin.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 10.08.2020 | 18:00 Uhr

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