Stand: 22.03.2020 12:50 Uhr  - NDR 1 Radio MV

Coronavirus: Krankenhäuser in MV fordern mehr Geld vom Bund

Rostock: Der Arzt Dr. Micha Löbermann steht in Schutzkleidung in der Abteilung für Tropenmedizin, Infektionskrankheiten und Sektion Nephrologie am Zentrum für Innere Medizin der Universitätsmedizin Rostock in einem speziell vorbereiteten Zimmer, in dem mögliche Covid-19-Patienten untergebracht und behandelt werden. © dpa-Bildfunk Foto: Bernd Wüstneck
In den Krankenhäusern Mecklenburg-Vorpommerns werden derzeit Hunderte Betten zur Bewältigung der Coronakrise freigehalten. (Archivbild)

Die Krankenhäuser in Mecklenburg-Vorpommern haben Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) aufgefordert, mehr Geld für die Bewältigung der Coronakrise bereitzustellen. Der am Sonnabend veröffentlichte Entwurf zur Finanzierung der Krise reiche bei weitem nicht aus, erklärte der Geschäftsführer der Krankenhausgesellschaft MV, Uwe Borchmann. Nach seinen Worten hatte Spahn versprochen, dass die Krankenhäuser keine Verluste machen würden, wenn sie Betten für Corona-Patienten frei halten.

Kritik: Pauschalbetrag zu niedrig

Derzeit betrifft das in Mecklenburg-Vorpommern 512 Beatmungsbetten in den Akutkliniken sowie die freigehaltenen Kapazitäten durch die Absage von geplanten Operationen. Nach dem Entwurf der gesetzlichen Finanzierung ist aber nur ein Pauschalbetrag vorgesehen, der deutlich unter den Einnahmen liege, die die Krankenhäuser hätten, wenn sie ihren Betrieb planmäßig fortgesetzt hätten.

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Darüber hinaus sollen sämtliche Mehrkosten für die Coronakrise wie beispielsweise Schutzbekleidung nicht finanziert werden, so Borchmann weiter. "Erst bittet uns der Bundesminister persönlich um die Absage geplanter Behandlungen und jetzt sollen wir auch noch dafür bluten, indem unsere Budgets runtergefahren werden."

Schwesig und Glawe sollen auf Spahns Zusage pochen

Daher seien Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) und Gesundheitsminister Harry Glawe (CDU) in der Pflicht, das von Spahn gegebene Versprechen nun auch einzufordern: Dass nämlich kein Krankenhaus Geld verlieren werde, wenn Operationen verschoben würden. Andernfalls drohe Mecklenburg-Vorpommern nach der Coronakrise eine Krankenhaus-Krise, so Borchmann.

Glawe stellt sich hinter die Krankenhäuser

Glawe bekräftigte die Forderungen der Krankenhäuser. Vom Bund sei die bestmögliche Unterstützung nötig, mahnte der Bundesgesundheitsminister am Sonntag. "Das war bislang so besprochen und das soll auch so bleiben! Die Hilfe vom Bund darf kein Sparprogramm sein." Spahn hat inzwischen Nachbesserungen angekündigt, Einzelheiten sind aber noch nicht klar. "Defizite aufgrund von Covid-19 darf es nicht geben," forderte Glawe. Es müsse beispielsweise einen Bonus für jedes Intensivbett geben, das zusätzlich provisorisch geschaffen werde. In Mecklenburg-Vorpommern ist die Zahl der Intensivbetten in den vergangenen Tagen von 215 auf 512 mehr als verdoppelt worden.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 22.03.2020 | 13:00 Uhr

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