Stand: 16.05.2018 17:57 Uhr

Angeklagter bestreitet Brandstiftung an Kuders Haus

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Das Haus der Familie Kuder liegt abgelegen nahe eines Waldstückes und ist schwer einsehbar.

Im Prozess um ein kurz vor der Landtagswahl 2016 am Haus der damaligen Justizministerin Uta-Maria Kuder (CDU) gelegtes Feuer hat der Angeklagte die Vorwürfe bestritten. Über seinen Anwalt ließ der 33-Jährige - ein Bekannter der Familie Kuder - am Amtsgericht Greifswald erklären, an der Tat nicht beteiligt gewesen zu sein. Das Gericht, das ursprünglich nur einen Prozesstag angesetzt hatte, will nun zwei weitere Polizisten als Zeugen laden.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem 33 Jahre alten Mann aus der Nähe von Greifswald schwere Brandstiftung vor. Er soll das Feuer am 31. August 2016 bei Diedrichshagen (Kreis Vorpommern-Greifswald) an dem einsam gelegenen Haus der Kuders gelegt haben.

Ministerin bei Brandanschlag selbst nicht im Haus

Zum Zeitpunkt des Brandes hielt sich darin eine Bekannte auf. Justizministerin Kuder selbst war in der Nacht nicht im Haus und ist nach Angaben des Gerichts auch nicht als Zeugin geladen. Bemerkt hatte den Brand der Ehemann der damaligen Justizministerin, der das Feuer löschte, nachdem er von einem Waldspaziergang zurückkam. Lediglich Gartenmöbel und die Fassade des Einfamilienhauses wurden beschädigt. Die Ermittler schätzen den Schaden auf rund 3.000 Euro.

Belastende Spuren

Gegen den Angeklagten sprechen DNA-Spuren und Ergebnisse eines Funkzellenabgleiches. Auf einem nach dem Brand in der Nähe der Brandstelle entdeckten Benzinkanister hatten die Ermittler später "dominante DNA-Merkmale" des Angeklagten gesichert. Ein Polizeibeamter, der die Handydaten des Angeklagten ausgewertet hatte, sagte, dass die SIM-Karte des Angeklagten zwischen 20.22 Uhr und 21.23 Uhr im Abstrahlbereich eines Funkmastes eingeloggt war, in dem sich auch das Haus der Kuders befindet. Das Verfahren wird am 6. Juni fortgesetzt.

Weitere Informationen

Brandanschlag auf Haus von Ministerin Kuder

Das Haus von Justizministerin Kuder bei Greifswald ist mit Brandbeschleuniger angezündet worden. Die Ministerin ist erschüttert, die Polizei ermittelt wegen schwerer Brandstiftung. (01.09.2016) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 16.05.2018 | 16:40 Uhr

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