Stand: 30.04.2018 11:26 Uhr

Brände in Wismar und Wittenburg: Polizei ermittelt

Bild vergrößern
Nachdem es in Westmecklenburg am Wochenende zwei Großfeuer gegeben hat, suchen Kriminalpolizei und Gutachter nach den Brandursachen.

Nach zwei Großfeuern in Wismar und Wittenburg suchen Polizei und Gutachter nach den Brandursachen. Beide Brände hatten Großeinsätze der Feuerwehr ausgelöst und große Schäden verursacht. Bisher stehe noch nicht fest, wann genau die Schadensorte unter die Lupe genommen werden können, sagte eine Polizeisprecherin.

Große Schäden, Ermittlungen laufen

In Wittenburg rechnet die Polizei bisher mit einer technischen Ursache für das Feuer, das einen Schaden von rund 60.000 Euro verursacht hat. In Wismar wird der Schaden auf mindestens 500.000 Euro geschätzt, hier ermittelt die Kriminalpolizei von Schwerin wegen des Verdachts der schweren Brandstiftung. Das Gebäude aus dem 18. Jahrhundert hatte in den vergangenen Jahren mehrfach gebrannt. Während des Feuerwehreinsatzes in Wismar mussten zwei Bewohner mit einer Drehleiter aus dem historischen Giebelhaus gerettet werden, sie blieben unverletzt.

Denkmalgeschützte Häuser in historischer Altstadt in Flammen

Das erste Feuer war am Freitagabend gegen 18 Uhr im Erdgeschoss eines Giebelhauses am Markt von Wismar ausgebrochen. Die Altstadt gehört zum Weltkulturerbe der Unesco. Der Brand hielt die Einsatzkräfte zwei Tage lang in Atem - aufgrund der Bausubstanz mit viel Holz und Stroh in den Zwischendecken entfachte sich das Feuer immer wieder neu. Die Feuerwehr musste das Dach des Giebelhauses aufschneiden und das Gebäude mit Schaum fluten, um den Flammen den Sauerstoff zu nehmen.

Brandwache bleibt mindestens zwei Tage vor Ort

Das Wismarer Feuer bedrohte am Samstagabend auch ein Gebäude der Deutschen Bank nebenan. Zuvor hatten die Flammen schon auf den Dachstuhl eines anderen, leerstehenden Nachbarhauses übergegriffen. Zwischenzeitlich waren rund einhundert Einsatzkräfte vor Ort - auch vom Technischen Hilfswerk (THW) und dem Katastrophenschutz Nordwestmecklenburg. Inzwischen ist eine Brandwache eingerichtet. Das THW hat beide Häuser abgestützt, da sie als einsturzgefährdet gelten. Zur Sicherheit sind spezielle Sensoren angebracht, die Alarm schlagen, wenn sich die Wände bewegen.

Zweites Feuer in Wittenburg

Auch ein zweiter Brand in der Nähe der Autobahn 24 in Wittenburg löste am Sonntagabend einen Großeinsatz der Feuerwehr aus. Das Feuer war in der Produktionshalle eines Lebensmittelherstellers ausgebrochen. Rund einhundert Einsatzkräfte brachten den Brand unter Kontrolle, teilte die Polizei mit. Da zwischenzeitlich Explosionsgefahr bestand, wurden die Arbeiter aus Betrieben in der Nähe für einige Stunden in Sicherheit gebracht. Auch die Autobahn war in beiden Fahrtrichtungen gesperrt. Menschen kamen nicht zu Schaden.

Weitere Informationen
20 Bilder

Hintergrund: Die Feuerwehr im Einsatz

Die Feuerwehren in Norddeutschland sind immer in Bereitschaft. Wie laufen Einsätze ab, wenn der Notruf 112 gewählt wird? Welche Geräte nutzt die Feuerwehr? Alle Infos in der Bildergalerie. Bildergalerie

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 30.04.2018 | 09:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Mecklenburg-Vorpommern

01:28
Nordmagazin

Tote Sechsjährige: Stiefvater weiter flüchtig

16.01.2019 19:30 Uhr
Nordmagazin
01:56
Nordmagazin
02:49
Nordmagazin