Stand: 10.12.2018 20:17 Uhr

Bahn-Warnstreiks: Zugverkehr läuft wieder

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Vielerorts im Nordosten standen am Montagmorgen die Züge still. Die Verspätungen zogen sich bis in den Abend.

Nach dem Warnstreik bei der Deutschen Bahn läuft der Zugverkehr in Mecklenburg-Vorpommern wieder überwiegend normal. Seit dem frühen Montagmorgen hatten Bahnbeschäftigte im ganzen Bundesgebiet die Arbeit niedergelegt. Bundesweit blieben etwa 1.400 Züge heute stehen. Einem Bahn-Sprecher zufolge wurden neun Stellwerke im Regionalverkehr in MV komplett bestreikt, weitere Stellwerke teilweise, hinzu kamen andere Personalbereiche. Als Reaktion auf die bundesweite Aktion stellte die Deutsche Bahn deutschlandweit den Fernverkehr ein. Der Streik fand zwischen 5 und 9 Uhr statt, allerdings kam es im weiteren Tagesverlauf zu spürbaren Beeinträchtigungen.

Zugverkehr im Nordosten rollt langsam wieder an

Laut Bahn fuhren die Regionalzüge zum späten Nachmittag wieder nach dem regulären Fahrplan. Im Fernverkehr dauerten die Verspätungen bis in die Abendstunden an. Das Unternehmen rechnete mit weiteren Einschränkungen am Dienstag.

Zahlreiche Ausfälle in Mecklenburg-Vorpommern

Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) bestreikte im Nordosten vor allem die Strecken Wismar-Rostock, Rostock-Hamburg, Stralsund-Berlin und den Bahnverkehr nach Rügen. Auch auf Nebenstrecken kam es zu Ausfällen. Spürbar waren die Arbietsniederlegungen auch bei der DB Cargo, wie etwa im Rostocker Überseehafen, bei den S-Bahnen in Hamburg, Berlin und Frankfurt am Main.

Informationen der Deutschen Bahn
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Bahnhofstafeln online

Hier können die aktuellen Abfahrtspläne der einzelnen Bahnhöfe abgerufen werden. extern

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Verkehrsmeldungen der Bahn

Hier informiert die Bahn über Zugausfälle und Verspätungen. extern

Züge blieben in Bahnhöfen stehen

Auch Reise- und Ansagezentren wurden laut Bahn bestreikt. Die Züge seien bis 9 Uhr in den Bahnhöfen stehen geblieben, sagte EVG-Landesvorstand Holger Herzog NDR 1 Radio MV. Deshalb konnten auch keine anderen Züge fahren, auf denen Personal eingesetzt wurde, das sich eigentlich nicht am Warnstreik beteiligte.

Zugbindung bei manchen Sparangeboten aufgehoben

Reisenden wurde empfohlen, ihre Fahrt erst am Dienstag anzutreten. Im Fernverkehr sollen nach Angaben der Deutschen Bahn alle für Montag gekauften Tickets bis kommenden Sonntag gültig bleiben. Für bestimmte Spartickets wurde die Zugbindung aufgehoben. Im Fall von Reiseabsagen wegen des Streiks soll es Erstattungen von Tickets und Reservierungen geben.

Tariferhöhung ist Gewerkschaft zu gering, Gespräche abgebrochen

Grund für den zunächst eintägigen Warnstreik war der Abbruch der Tarifgespräche mit dem Bahn-Management. Am Sonnabend waren die Parteien in Hannover ohne Ergebnis auseinandergegangen. Zum Tarifangebot gehörten nach Bahn-Angaben eine Entgelt-Erhöhung von insgesamt 5,1 Prozent in zwei Stufen und eine Einmalzahlung von 500 Euro. Anstelle der zweiten Stufe sollte den Mitarbeitern erneut die Möglichkeit eröffnet werden, mehr Freizeit zu wählen. Dies sollte nach Darstellung der EVG aber erst ab Anfang 2021 möglich sein. Die Gewerkschaft hatte ursprünglich 7,5 Prozent mehr Lohn gefordert. Die Bahn sprach von einer "völlig überflüssigen Eskalation". Die EVG vertritt in Mecklenburg-Vorpommern nach eigenen Angaben etwa 60 Prozent der Beschäftigten. Weitere Streiks sind bisher nicht angekündigt.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 10.12.2018 | 12:00 Uhr

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