Stand: 22.09.2020 15:43 Uhr

Backhaus kritisiert Bund: Kein durchgängiger Schweinepest-Zaun

Till Backhaus (SPD), Agrarminister von Mecklenburg-Vorpommern, hilft an der deutsch-polnischen Grenze beim Bau eines Wildschutzzauns gegen die Afrikanische Schweinepest (ASP). © dpa-Bildfunk Foto: Bernd Wüstneck
Agrarminister Backhaus kritisiert das Fehlen eines undurchdringbaren Schutzzaunes an der Grenze zu Polen. (Archivbild)

Im Zusammenhang mit der Afrikanischen Schweinepest (ASP) hat Mecklenburg-Vorpommerns Agrarminister Till Backhaus die Bundesregierung scharf kritisiert. Der SPD-Politiker vermisst eine gemeinsame Strategie gegen die Tierseuche. Jedes Bundesland würde seinen eigenen Weg gehen, das sei nicht gut, so Backhaus. Wichtig sei vor allem ein durchgehender Schutzzaun entlang der Grenze zu Polen, der von Wildschweinen nicht untergraben werden könne.

Kein durchgängiger Schutzzaun an Grenze zu Polen

Da habe sich der Bund aber nicht mit dem Nachbarland einigen können. Nun gebe es Lücken, kritisiert Backhaus. Solch ein Zaun hätte aber möglicherweise verhindern können, dass die Afrikanische Schweinepest nach Deutschland gelangt. Zudem fordert Backhaus den Bund auf, die Länder finanziell stärker zu unterstützen.

Die Afrikanische Schweinepest

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) ist in den vergangenen Jahrzehnten auch außerhalb Afrikas aufgetreten, zuletzt vor allem in Russland. ASP ist eine schwere Virusinfektion, die Haus- und Wildschweine betrifft und sich zum Beispiel über Transportfahrzeuge oder Kleidung ausbreitet. Kontakte der Tiere untereinander oder Futter aus Speiseabfällen können ebenfalls Infektionsquellen sein. In Afrika verbreiten auch Zecken die Krankheit weiter. Befallene Tiere leiden an unterschiedlichen Symptomen wie hohem Fieber oder Atemproblemen und verenden in der Regel innerhalb weniger Tage.

Von Pomellen bis zum Haff: Zaun im Bau

In Mecklenburg-Vorpommern wird gerade ein zweiter Wildschutzzaun errichtet - ab dem Grenzübergang Pomellen bis hoch hinauf zum Haff. Kosten für das Land: 1,7 Millionen Euro. Zudem kritisierte Backhaus, dass sich der Bund nicht an der Prämie beteilige, die Jäger erhalten, wenn sie Schwarzwild erlegen. Mecklenburg-Vorpommern zahlt 25 Euro für jedes erlegte Wildschwein.

Weitere Informationen
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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 22.09.2020 | 15:00 Uhr

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