Stand: 26.09.2017 17:06 Uhr

Aus für "Rügener Badejungen" aus Bergen

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Die DMK begründet die Werkschließung in Bergen mit dem schwierigen Milchmarkt und zu hohen Kosten.

Die Deutsche Milchkontor GmbH (DMK) bleibt bei ihrer Entscheidung, die Molkerei in Bergen auf Rügen zu schließen. Das hat der Aufsichtsrat am Montagabend beschlossen. Der Käse "Rügener Badejunge" wird künftig in Thüringen hergestellt. Die Produktion in Bergen wird im November 2019 eingestellt. Betroffen von den Schließungsplänen sind 56 Mitarbeiter in Bergen, 20 hatten am Montag beim Aufsichtsrat in Zeven (Niedersachsen) noch einmal für ihre Molkerei demonstriert.

Früherer Werksleiter: "Entscheidung bar jeder Vernunft"

Damit sind alle Verkaufs- und Zukunftsoptionen vom Tisch. Für das Werk in Bergen hatten sich das Handelsunternehmen Ostmilch und auch der Markeninhaber Peter Jülich aus Dortmund interessiert. "Eine Entscheidung bar jeder Vernunft und gegen alle Sachargumente", sagte der ehemalige Werksleiter Wolfgang Lüth über die geplante Werkschließung in Bergen. Lüth hatte in den vergangenen Monaten um ein Weiterleben der Käsemanufaktur gekämpft.

Backhaus: DMK drückt sich um soziale Verantwortung

Auch Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) reagierte mit Unverständnis. "Es gab ernstzunehmende potenzielle Käufer für die Molkerei." Dass das DMK den Standort abwickeln will, anstatt das Werk zu verkaufen, sei zutiefst enttäuschend. "Mit dieser Entscheidung drückt sich das DMK um seine soziale Verantwortung für den Standort“, so Backhaus. Er kündigte an, den DMK-Vorstand zu Gesprächen nach Schwerin einzuladen. Backhaus erklärte, weiter für den Erhalt des Werkes zu kämpfen.

Als Traditionsmarke die Wende überlebt

Der "Rügener Badejunge", der seit 1953 auf der Ostseeinsel produziert wird, ist eine Traditionsmarke aus der DDR, die die Wende überlebt hat und weiterhin sehr beliebt ist. Allerdings betrug nach DMK-Angaben das Defizit zuletzt zwei Millionen Euro pro Jahr. Selbst eine Modernisierung würde nicht zu wettbewerbsfähigen Produktionskosten führen, hieß es.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 26.09.2017 | 11:00 Uhr

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