Stand: 15.05.2019 16:08 Uhr

Arbeitszeiterfassung: Geteiltes Echo in MV

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Laut dem EuGH-Urteil müssen Arbeitgeber in der EU die Arbeitszeiten ihrer Mitarbeiter komplett erfassen. (Archivbild)

Arbeitgeber in der EU sind verpflichtet, die Arbeitszeit ihrer Mitarbeiter komplett zu erfassen. Das entschied der Europäische Gerichtshof in Luxemburg. Beobachter gehen davon aus, dass das Urteil große Auswirkungen auf den Arbeitsalltag haben dürfte. Der Richterspruch führte in Mecklenburg-Vorpommern zu gemischten Reaktionen.

Eine Frau lässt ihre Arbeitszeit erfassen

Verband diskutiert Arbeitszeiterfassung

Nordmagazin -

Der Unternehmerverband Mecklenburg-Schwerin ist von der neu geforderten Arbeitszeiterfassung nicht begeistert, sondern verärgert über das Misstrauen und den Verwaltungsaufwand.

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DGB-Nord: Tausende in MV profitieren

Nach Ansicht der Gewerkschaften würden im Nordosten Tausende Arbeitnehmer von dem Urteil profitieren. Entlastet würden Mitarbeiter im Einzelhandel, im Gaststätten- und Hotelgewerbe aber auch Minijobber, sagte Ingo Schlüter vom DGB Nord. Generell seien in Branchen mit hohem Fachkräftemangel unbezahlte Überstunden bisher an der Tagesordnung.

Belastungen für kleine Betriebe und Mittelständler befürchtet

Arbeitgebervertreter Sven Müller hingegen befürchtet zusätzliche Belastungen für kleine und mittelständische Betriebe. Der Geschäftsführer der Vereinigung der Unternehmensverbände im Land (VUMV) sagte weiter, größere Betriebe, öffentliche Einrichtungen und Krankenhäuser hätten meist schon eine automatisierte Zeiterfassung.

Glawe: Praktikable Umsetzung wichtig

Laut Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) wird es entscheidend sein, die Arbeitszeiterfassung praktikabel zu gestalten - für Arbeitnehmer und Arbeitgeber. Schnell umgesetzt werden muss sie aber wohl nicht. Da nach der Europawahl dann Kommission und Parlament in Brüssel sich erst finden müssen und der Bund die gesetzlichen Rahmenbedingungen noch prüft.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 15.05.2019 | 16:00 Uhr

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