Stand: 29.08.2017 07:00 Uhr

Antiterror-Razzien: Opposition will Aufklärung

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Beamte durchsuchten unter anderem Objekte in Rostock, Grabow und Banzkow. (Archivbild)

Nach der Antiterror-Razzia von Bundespolizei und Bundeskriminalamt an verschiedenen Orten in Mecklenburg-Vorpommern fordert die Opposition im Landtag Aufklärung durch das Innenministerium. Die AfD- und die Linksfraktion erwarten, dass Innenminister Lorenz Caffier (CDU) im Innenausschuss des Landesparlaments über den Einsatz und die Verdächtigen - einen Rechtsanwalt und einen Polizisten - informiert.

AfD und Linke verlangen Aufklärung

Der Innenexperte der AfD, Nikolaus Kramer, fordert eine gründliche Aufklärung. Es sei zu fragen, wie lange die Verdächtigen bereits im Visier der Ermittlungsbehörden waren und wie weit mutmaßliche Anschlagsplanungen vorangeschritten waren. Kramer warnte zugleich davor, alle Polizisten unter Generalverdacht zu stellen. Der Linken-Innenexperte Peter Ritter meint, dass die Landespolizei deshalb nicht an dem Einsatz beteiligt worden sei, damit der Ermittlungserfolg nicht gefährdet würde. Die Durchsuchungen vom Montag belegten, dass die Gefahr durch den Rechtsterrorismus im Nordosten Deutschlands akut sei, so Ritter.

Ermittlungen wegen staatsgefährdender Straftat

Bei Razzien in Grabow (Landkreis Ludwigslust-Parchim) und Rostock waren am Montag Wohnungen und Büros der zwei Verdächtigen durchsucht worden. Der Generalbundesanwalt ermittelt wegen des Verdachts der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat. Der mittlerweile vorläufig vom Dienst suspendierte Polizist und der Anwalt, der auch Rostocker Bürgerschaftsmitglied ist, sollen in Chats über einen möglichen Zusammenbruch der staatlichen Ordnung spekuliert haben.

Weitere Informationen

Terrorverdacht: Razzien bei Polizist und Anwalt

Nach den Antiterror-Razzien am Montag in Mecklenburg-Vorpommern bleiben die Verdächtigen vorerst auf freiem Fuß. Die Bundesanwaltschaft erklärte, es gebe keine Haftbefehle und keine Festnahmen. mehr

Verdächtige auf freiem Fuß

Für diesen Fall sollen haben sich die beiden Waffenbesitzer laut Generalbundesanwalt mit Lebensmitteln und Munition eingedeckt. Den Krisenfall hätten sie als Chance gesehen, Vertreter des politisch liberalen sowie linken Spektrums zu töten. Die Verdächtigen bleiben vorerst auf freiem Fuß. Die Bundesanwaltschaft erklärte, es gebe keine Haftbefehle und keine Festnahmen, sondern einen Anfangsverdacht. Die Durchsuchungen sollen diesen Vedacht erhärten.

Keine "Todesliste", aber Angaben über Politiker und Verbände

Nach Informationen von NDR, WDR und "Süddeutscher Zeitung" gehören die beiden der "Prepper"-Szene an. Gewöhnliche "Prepper" sind Menschen, die sich gegen Katastrophen und Krisen aller Art schützen wollen. Unter ihnen gibt es echte Vorsorge-Profis, aber auch Verschwörungstheoretiker aller Art. Bei den Durchsuchungen wurden laut dem Rechercheverbund keine "Todeslisten" entdeckt, die Ermittler hätten aber Angaben zu Politikern von Linken, Grünen und der FDP sowie Verbänden, Vereinen und Gewerkschaften gefunden.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 29.08.2017 | 07:00 Uhr

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