Mädchen mit Teddy kauert verzweifelt vor einem Laptop. © Fotolia.com Foto: Photographee.eu

30 Jahre Opferhilfe-Organisation Weißer Ring in MV

Stand: 15.10.2021 07:55 Uhr

Seit 30 Jahren gibt es die Opferhilfe-Organisation Weißer Ring in MV. Das Jubiläum feiert der Landesverband heute mit einer Festveranstaltung und einem Benefizkonzert in Neubrandenburg.

In Neubrandenburg war der Landesverband der Organisation in Mecklenburg-Vorpommern gegründet worden, als erster Regionalverband in den damals neuen Bundesländern. Das wird gefeiert, mit einer Festveranstaltung am Nachmittag, am Abend ist in der Konzertkirche Neubrandenburg zudem ein Benefizkonzert des Landespolizeiorchesters zugunsten des Weißen Rings geplant. "Damals wie heute steht der Weiße Ring dafür, den Opfern eine Stimme zu geben", sagte die Landesvorsitzende und ehemalige Justizministerin in MV, Uta-Maria Kuder.

Hilfe für Opfer von Gewalt und Kriminalität

In rund 5.700 Fällen hat der Verein eigenen Angaben zufolge bisher finanziell geholfen. Etwa 3,6 Millionen Euro direkte Opferhilfe sind insgesamt für akute Notlagen ausgegeben worden. Dazu kämen noch tausende Fälle mit Beratung ohne finanzielle Hilfe. Die Bandbreite der betreuten Fälle reiche vom Handtaschendiebstahl bis zum Tötungsdelikt. Der Weiße Ring stehe Opfern in oftmals aussichtslosen Situationen zur Seite und gebe Hoffnung und Zuversicht, um über das Erlebte hinwegzukommen, so Kuder. Auch bei Prozessen begleiten die Ehrenamtlichen die Opfer, gerade bei Kindern und Jugendlichen ist diese Begleitung besonders wichtig.

Ehrenamtliche gesucht

In letzter Zeit sei es aber schwierig, ehrenamtliche Mitarbeiter zu finden, so die Landesvorsitzende Kuder. Waren vor zehn Jahren noch 154 Ehrenamtliche für die Organisation tätig, so sind es aktuell nur noch 87. Der Weiße Ring wurde 1976 in Mainz gegründet als „Gemeinnütziger Verein zur Unterstützung von Kriminalitätsopfern und zur Verhütung von Straftaten“. Er ist Deutschlands größte Hilfsorganisation für Opfer von Kriminalität. Der Verein unterhält ein Netz von rund 2.900 ehrenamtlichen, professionell ausgebildeten Opferhelfern in bundesweit 400 Außenstellen, beim Opfer-Telefon und in der Onlineberatung. Er finanziert seine Tätigkeit ausschließlich aus Mitgliedsbeiträgen, Spenden und testamentarischen Zuwendungen sowie von Gerichten und Staatsanwaltschaften verhängten Geldbußen.

 

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 15.10.2021 | 07:00 Uhr

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