Eine grüne Schultafel auf der mit Kreide geschrieben steht: "Schule entfällt wegen Corona-Virus, Covid-19, SARS-CoV-2". Davor hochgestellte Stühle auf Tischen. © imago images / Michael Weber Foto: Michael Weber

Zwei Hamburger Schulen machen zu, die Ida Ehre Schule auf

Stand: 20.11.2020 19:38 Uhr

Wegen vieler Corona-Fälle müssen zwei Hamburger Schulen vorübergehend schließen. Das hat die Schulbehörde jetzt angeordnet.

Die Schule auf der Veddel und die kleine Schul-Zweigstelle Billbrookdeich werden auf Distanzunterricht umgestellt. An beiden Einrichtungen gibt es laut Behörde Hinweise, dass dort Dutzende Schülerinnen und Schüler und auch Lehrkräfte mit dem Coronavirus infiziert sind. Eine genaue Zahl konnte die Schulbehörde noch nicht nennen. An der Schule auf der Veddel hatte es bei 550 Kindern und Jugendlichen und Lehrkräften Reihentests gegeben. Das Ergebnis: 65 neue Infektionen wurden entdeckt - insgesamt haben sich damit auf der Veddel fast 100 Schüler und Lehrer angesteckt. Auch bei der Schul-Zweigstelle Billbrookdeich mit etwa 100 Schülerinnen und Schülern wurde eine Reihentestung durchgeführt.

Über die Ursachen möglicher Infektionen sei noch nichts bekannt, sagte ein Behördensprecher am Freitag. Die Streuung der Infektionen über fast sämtliche Klassenstufen deute aber darauf hin, dass vermutlich viele Kinder schon mit einer Infektion in die Schule gekommen seien.

Ida Ehre Schule darf wieder öffnen

Dagegen soll die Ida Ehre Schule ab Montag wieder für den Unterricht geöffnet werden. Sie war wegen vieler Corona-Fälle fast zwei Wochen geschlossen. Rund 1.200 Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte waren Anfang des Monats auf Corona getestet worden. Bei dem Reihentest wurden insgesamt 55 Fälle festgestellt - aus 25 Schulklassen. Sie wurden daraufhin komplett vom Gesundheitsamt in Quarantäne geschickt. Schon davor waren an der Stadtteilschule in Harvestehude 22 Infektionen mit dem Corona-Virus bekannt geworden.

Proteste gegen den vollen Präsenzunterricht

Die Ida Ehre Schule in Hamburg. © picture alliance  / dpa Foto: Georg Wendt
Ab Montag findet an der Ida Ehre Schule wieder Unterricht statt - nach fast zwei Wochen Pause.

Vor der Ida Ehre Schule gab es am Freitagmorgen Proteste aus der Lehrerschaft. In der Bildungsgewerkschaft GEW organisierte Lehrerinnen und Lehrer forderten, dass ihre Schule nicht zum vollen Präsenzunterricht zurückkehrt. Eine Schule habe auch eine gesellschaftliche Verantwortung habe, Abstandsregeln müssten eingehalten werden. Das sei im Schulgebäude kaum möglich, wegen enger Flure und zu vieler Schülerinnen und Schüler, sagte eine Teilnehmerin der Demonstration. Die Lehrkräfte forderten eine Halbierung der Klassen.

Geänderte Regeln an der Ida Ehre Schule

Mit dem Unterrichtsbeginn am Montag wird es an der Ida Ehre Schule tatsächlich einige Veränderungen geben - vor allem, um Schülergruppen zu trennen. So werden Schulbeginn und -ende und die Pausen gestaffelt. Der Sportunterricht soll möglichst ins Freie verlegt werden und ein Teil der Ganztagsschülerinnen und -schüler soll zu Hause lernen. Einen Unterricht mit halbierten Klassen, wie ihn neben der GEW auch der Elternrat dort fordern, soll es aber nicht geben.

Knapp 1.900 Infektionen in Schulen seit Herbstferien

Seit Ende der Herbstferien wurden an Hamburgs Schulen knapp 1.900 Neuinfektionen gezählt. Gut 3.700 Schüler sind derzeit vorsorglich oder wegen Erkrankung in Quarantäne - das sind 1,5 Prozent der Hamburger Schülerschaft. Außerdem sind aktuell 121 Schulklassen wegen Corona-Verdachts in Quarantäne.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 20.11.2020 | 16:11 Uhr

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