Lange Schlange vor dem Hamburger Impfzentrum. © NDR Foto: Karsten Sekund

Corona: Impfbereitschaft ist im Norden besonders hoch

Stand: 09.07.2021 14:46 Uhr

Im bundesweiten Vergleich ist die Impfbereitschaft gegen das Coronavirus im Norden am größten. Das geht aus einer Studie der Universität Hamburg hervor. Die internationale Untersuchung zeigt auch, dass sich inzwischen mehr Menschen immunisieren lassen wollen als noch vor einigen Monaten.

Viele Wissenschaftler sind davon überzeugt: Für eine Herdenimmunität gegen das Coronavirus bräuchten wir 85 Prozent Impfwillige in der Bevölkerung. Dafür reicht die derzeitige Impfbereitschaft noch nicht aus. Laut der Studie European COvid Survey (ECOS) der Uni Hamburg sind inzwischen 73 Prozent der erwachsenen Deutschen bereit, sich impfen zu lassen. Die gute Nachricht ist: Seit April ist dieser Wert laut Studie gestiegen.

Große regionale Unterschiede beim Impfen

Es gebe aber regionale Unterschiede, sagt Sebastian Neumann-Böhme, der mit an der Studie arbeitet. "Hier in Norddeutschland ist die Impfbereitschaft gerade im Juni bei 78,4 Prozent und damit deutlich höher als beispielsweise im Süden, Westen oder Osten", ergänzt er. Auch wenn man sich den Verlauf der Pandemie anschaue, sei es durchweg so gewesen, dass die Impfbereitschaft im Norden deutlich höher war als anderswo, so Neumann-Böhme.

Internationales Schlusslicht sind in der Studie die Franzosen. Von denen wollen sich nur 67 Prozent impfen lassen. Spitzenreiter hingegen sind die Dänen und die Briten mit 84 Prozent.

Impfanreize kamen nicht gut an

Um Menschen zum Impfen zu bewegen, wird inzwischen viel über Anreize diskutiert. Das kam laut Neumann-Böhme bei den Befragten aber nicht sehr gut an. "Wir haben verschiedene Sachen abgefragt, einen Restaurant-Gutschein, Teilnahme an einer Lotterie, 100 Euro in bar oder auch ein Stipendium für ein Studium für die Kinder oder einen selbst. Da sehen wir eigentlich eher große Ablehnung", erläutert er. Mehr als die Hälfte der Personen lehnte solche Anreize demnach generell ab. Interessant ist darüber hinaus, dass es nicht mehr so viele unentschlossene Menschen gibt, die man noch zum Impfen ködern muss. Im April waren das noch 17 Prozent, jetzt sind es nur noch 7 Prozent.

Große Angst vor einer vierten Welle

Und noch etwas hat die Studie gezeigt: Die Angst vor einer vierten Coronavirus-Welle ist sehr groß. Neun von zehn Deutschen bereitet das Sorgen. Fast genauso viele fürchten auch, dass weitere Mutationen die Lage weiter verschlimmern könnten. Diese Angst ist in den südlichen Ländern aber noch ausgeprägter als hierzulande. In Spanien und Portugal beunruhigt das mehr als 95 Prozent der Menschen.

8.000 Menschen wurden befragt

Für die Studie wurden zwischen dem 21. Juni und dem 6. Juli etwa 8.000 Menschen in Deutschland, Dänemark, Frankreich, Großbritannien, Italien, den Niederlanden und Portugal befragt. Ziel war es, die Einstellungen und Sorgen der Menschen in Europa über den Verlauf der Pandemie zu messen. 

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 09.07.2021 | 13:00 Uhr

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