Eine Laborantin bereitet am Institut für Umweltmikrobiologie am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung PCR-Tests für Coronaviren in Abwasserproben aus Klärwerken vor. © picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild Foto: Waltraud Grubitzsch

Corona: Hamburgs Kläranlagen als Frühwarnsystem?

Stand: 28.03.2021 15:28 Uhr

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie könnte es in Hamburg ein neues Frühwarnsystem geben. Dazu soll das Abwasser genauer untersucht werden.

Die Regierungsparteien SPD und Grüne wollen dazu einen Antrag in der nächsten Bürgerschaftssitzung einreichen. Im Abwasser lassen sich genetische Reste des Coronavirus nachweisen. Dadurch lässt sich feststellen, wie stark sich die Infektion gerade ausbreitet - und zwar früher als durch die bisher eingesetzten Tests.

Erstmal zentral untersuchen

Zunächst gehe es um eine zentrale Messung der städtischen Gesamtinfektionslage im Zentralklärwerk Köhlbrandhöft/Dradenau. Später könnte man dann mit dezentralen Messungen Ausbrüche genauer lokalisieren und zum Beispiel besonders gefährdete Einrichtungen schützen. "Ein Frühwarnsystem zur Identifizierung lokaler Corona-Ausbrüche kann ein weiterer entscheidender Faktor im Kampf gegen die Pandemie sein", sagte Fachsprecher Johannes Müller.

Hintergrund der möglichen Tests ist, dass an Covid-19 erkrankte Menschen in der Regel auch Viren mit ihrem Stuhlgang ausscheiden. Erkranken nun viele Menschen in einer Region gleichzeitig, dann lassen sich Reste von Coronaviren auch im Abwasser nachweisen. Das hatten Experten von der Technischen Universität Dresden und vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) in Leipzig nachgewiesen.

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 28.03.2021 | 14:00 Uhr

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