Zigarettenkippen wegwerfen wird in Eimsbüttel bald teurer

Stand: 13.07.2021 20:31 Uhr

Hunderte weggeworfene Zigarettenkippen liegen jeden Morgen auf dem Fanny-Mendelssohn-Platz in Eimsbüttel - obwohl der täglich gereinigt wird. Die Strafe für das Wegwerfen der Kippen soll darum in dem Bezirk bald erhöht werden.

Zwei Drittel aller Zigarettenkippen landen auf dem Boden, das zumindest schätzt die Weltgesundheitsorganisation WHO. Dort verschmutzen die Kippen Gewässer und vergiften mit ihren Schadstoffen Tiere und die Umwelt. Schon der Rest von nur einer Zigarette kann bis zu 60 Liter Grundwasser verschmutzen. Im Bezirk Eimsbüttel muss darum wer Kippen achtlos wegwirft, bald ein höheres Bußgeld zahlen.

"Die Strafe muss wehtun"

CDU und Grüne haben das Thema im Juni in die Bezirksversammlung gebracht. Einstimmig haben die Politiker in Eimsbüttel beschlossen, das Bußgeld für das sogenannte Littering auf mindestens 90 Euro zu erhöhen. Derzeit liegt die Strafe bei 20 Euro. "Es tut meistens nur dann richtig weh, wenn es ans Portemonnaie geht", sagt der CDU-Politiker Sascha Greshake. Das sei der Grund gewesen, warum die Strafzahlung erhöht werden soll. "Wir haben uns in Norddeutschland umgeguckt: Es gibt mehrere Städte, die diese Initiative jetzt auch angehen wollen - für saubere Städte, gegen das Vermüllen, gegen das Littering - und das auch mit empfindlichen Geldbußen belegen", ergänzt Greshake. Da habe man mitgehen wollen - mit einer moderaten Strafe, die dennoch wehtue.

Waste-Watcher kontrollieren Einhaltung der Regeln

Die Waste-Watcher der Stadtreinigung Hamburg gehen durch Eimsbüttel.
Seit drei Jahren sind die Waste-Watcher im Einsatz und sprechen Personen an, die Zigaretten - und anderen Müll - einfach so wegwerfen.

Überprüfen, ob sich alle an die Regeln halten, sollen die Waste-Watcher der Stadtreinigung Hamburg. Seit drei Jahren sind sie in der Stadt unterwegs und sprechen seither auch die Menschen an, die eine Zigarette statt in den Mülleimer auf den Boden werfen. "Die Leute sind normalerweise einsichtig. Wir haben wenig Wiederholungstäter, das zeigt die Statistik", sagt Waste-Watcher Robert Dahlke. Natürlich sei die Verschmutzung sehr hoch, trotz alledem sei es so, dass die Menschen lernfähig seien. Die Waste-Watcher sagen aber auch: Das Verwarngeld durchzusetzen sei bei einigen Personen jetzt schon schwierig, bei einer hohen Geldbuße werde das sicher nicht leichter werden.

Im Zweifel sind auch Verwarngelder möglich

"90 Euro sind definitiv für einige Menschen sehr viel, das kann ich sehr gut nachvollziehen", sagt Jan Koriath von den Grünen. Aber auch da bleibe nach wie vor der Spielraum, zunächst Verwarngelder auszusprechen, wenn Menschen einsichtig seien. Diese Verwarngelder könnten dann günstiger ausfallen. Trotzdem: Grundsätzlich wolle man die 90 Euro erheben, so Koriath. Wie die in Zukunft konkret eingefordert werden sollen, wollen der Bezirk, die Stadtreinigung Hamburg und die Umweltbehörde sich bis zum Herbst überlegen.

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Überfuellter Muelleimer in Hamburg. © picture alliance / Bildagentur-online / Ohde

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Dieses Thema im Programm:

Hamburg Journal | 13.07.2021 | 19:30 Uhr

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