Stand: 29.11.2019 21:08 Uhr  - NDR 90,3

"Fünf nach Zwölf": Zehntausende bei Klimademo

In der Hamburger Innenstadt sind am Freitag wieder Zehntausende Menschen für einen besseren Klimaschutz auf die Straße gegangen. Die Polizei zählte rund 30.000 Demonstrierende, Jesko Hennig vom Veranstalter "Fridays for Future" sprach von mehr als 60.000 Teilnehmenden. "Ich finde es krass, dass wir so viele sind, obwohl es so kalt ist", sagte "Fridays-for-Future"-Sprecherin Nele Brebeck. Mitte September waren beim globalen Klimastreik in Hamburg bis zu 100.000 Demonstrierende dabei gewesen.

Zehntausende beim Klimastreik in Hamburg

Hamburg Journal -

Rund 30.000 Demonstrierende sind in Hamburg für einen besseren Klimaschutz auf die Straße gegangen. Bei der Abschlusskundgebung stand die Band Deichkind auf der Bühne.

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Protest blieb friedlich

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Bei Sonnenschein setzte sich der Demonstrationszug in Bewegung.

Die Protestaktionen am weltweiten "Global Day of Climate Action" verliefen friedlich. In den Demonstrationszug reihten sich bei freundlichem, aber mit sechs Grad relativ kaltem Wetter überwiegend junge Leute ein. Aber auch Ältere waren darunter - "Früher gegen AKW - heute Oldies for Future", stand auf einem Plakat.

Schlusskundgebung mit Deichkind

Zu einer symbolischen Uhrzeit, um fünf nach 12 Uhr, war die große Klima-Demo in der Willy-Brandt-Straße gestartet. Nach einer Runde durch die Innenstadt erreichte der Demonstrationszug am Nachmittag wieder den Ausgangspunkt. Dort fand die Abschlusskundgebung statt, bei der auch die Band Deichkind vor rund 1.500 Demonstrierenden auftrat. Sie performte mit Schildern mit der Aufschrift "Stop, Klimakrise, Stop". "Die Zukunft des Planeten muss an erster Stelle stehen", sagte einer der beiden Frontmänner auf der Bühne.

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Deichkind spielten bei der Schlusskundgebung in der Willy-Brandt-Straße.

Anlass für den Klimastreik war die UN-Klimakonferenz Anfang Dezember in Madrid. "Der Klimaschutz der Staaten ist freiwillig und diese Freiwilligkeit hat bisher keine Wirkung gezeigt. Deshalb gehen wir auf die Straße", sagte Henning von "Fridays for Future". Nach Angaben seiner Kollegin Breebeck kostete die Demo 40.000 Euro, die aus Spenden finanziert wurden.

Innenstadt gesperrt - drumherum lange Staus

Wegen der Demonstration wurde die gesamte Innenstadt für den Verkehr gesperrt, auch Busse durften zwischenzeitlich nicht mehr in das Gebiet rund um die Binnenalster fahren. Rund um die City kam es zu langen Staus. Die Polizei empfahl dringend, öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen - am besten die U- und S-Bahnen. Seit dem frühen Morgen war bereits die Willy-Brandt-Straße ab Deichtorplatz Richtung Millerntorplatz dicht.

"Black Friday" lockt mit Angeboten

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Die Demonstration in Hamburg begann und endete in der Willy-Brandt-Straße.

Zeitgleich zu der Demo läutete der "Black Friday" das Weihnachtsshopping ein und lockte mit Rabatten zusätzliche Menschen in die City. Aktivisten und Aktivistinnen der Organisation "Extinction Rebellion" machten mit einer Aktion am Nachmittag in der Mönckebergstraße auf die Produktionsbedingungen von Textilien aufmerksam.

Protestbewegung begann mit Greta Thunbergs Schulstreik

Die von der Schwedin Greta Thunberg angestoßene Protestbewegung "Fridays for Future" fordert von der Politik mehr Ehrgeiz im Kampf gegen die Erderhitzung und die drohende Klimakatastrophe. Vor allem müsse gemäß des Pariser Klimaabkommens die globale Erwärmung auf unter 1,5 Grad im Vergleich zur vorindustriellen Zeit eingedämmt werden. Thunberg, die zurzeit auf einem Katamaran aus den USA Richtung Europa segelt, um an der UN-Klimakonferenz in Madrid teilzunehmen, demonstriert seit vergangenem Sommer jeden Freitag für mehr Klimaschutz. Ihr Schulstreik hat weltweit Menschen zu Demonstrationen inspiriert.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 29.11.2019 | 16:00 Uhr

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