Stand: 20.03.2019 14:01 Uhr

Wohnungswirtschaft gegen Erbbaurecht-Pläne

Hamburgs Wohnungsbaugenossenschaften und die städtische Wohnungsbaugesellschaft SAGA wollen in diesem Jahr 2.900 Wohnungen bauen. Das sind 800 mehr als im Vorjahr, wie der Verband Norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW) am Mittwoch mitteilte. Die Zahl für den Rekord-Neubau tischte der VNW im Hotel "The Fontenay" bei einem Arbeitsfrühstück mit Hamburgs Bürgermeister auf. Doch Peter Tschentscher (SPD) hatte schwer zu schlucken - und zwar an der deutlichen Kritik an den Erbbaurecht-Plänen des Senats. Der rot-grüne Senat will städtische Grundstücke nämlich künftig kaum noch verkaufen, sondern verpachten.

VNW: Erbbaurecht geht zu Lasten des Neubaus

Die Pacht sei aber zu teuer, mahnte VNW-Direktor Andreas Breitner: ""Die Mitgliedsunternehmen verlieren letzendlich Kapital, das sie in weiteren Neubau einsetzen könnten. Also geht das Erbbaurecht auch zu Lasten des Neubaus in Hamburg." Die aktuelle Durchschnittsmiete von SAGA und Genossenschaften bei geförderten Wohnungen von 6,18 Euro pro Quadratmeter sei mit Erbbau-Grundstücken unmöglich, so Breitner.

Tschentscher verteidigt Pläne

Tschentscher erwiderte, man führe Gespräche mit den Wohnungsbauern, um den Erbbauzins dann zu senken, wenn er gegenüber dem Grundstücksverkauf unattraktiv sei. "Da muss neimand Angst vor haben. Es ist eine gute Idee. Die Menschen in Hamburg freuen sich, wenn sie das Gefühl haben, die Stadt ist nicht irgendwann komplett ohne Handlunsgmöglichkeiten in der Zukunft", sagte der Bürgermeister. Eine Stadt ohne eigenen Boden sei nicht zukunftsfähig.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 20.03.2019 | 13:00 Uhr

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