Stand: 01.11.2018 06:08 Uhr

Winternotprogramm für Obdachlose beginnt

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Rund 2.000 Menschen leben laut Sozialbehörde in Hamburg auf der Straße.

Am Donnerstag hat das Winternotprogramm für wohnungslose Menschen in Hamburg begonnen. Es bietet bis Ende März 2019 insgesamt 760 zusätzliche Übernachtungsplätze sowie umfangreiche Beratungsangebote, wie die Sozialbehörde mitteilte.

Das Winternotprogramm wird überwiegend von dem Unternehmen fördern und wohnen im Auftrag der Stadt betrieben. 400 Schlafplätze befinden sich in der Friesenstraße 22 im Stadtteil Hammerbrook. Rund 250 Schlafplätze stehen in Container-Modulhäusern in der Kollaustraße 15 im Stadtteil Lokstedt zur Verfügung. Rund 100 Schlafplätze werden hier als Reserve vorgehalten. Rund 110 Schlafplätze werden durch das Diakonische Werk bereitgestellt. In der Regel teilen sich die Obdachlosen die Räume mit zwei bis fünf anderen Bedürftigen. Ehrenamtliche Helfer sorgen für eine warme Mahlzeit am Abend.

Teil des Winternotprogramms ist außerdem die nächtliche Wärmestube in der Hinrichsenstraße 4 mit 100 Plätzen. Die ganzjährige Notübernachtungsstätte "Pik As" ist auch im Winter geöffnet.

Erweitertes Angebot

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Was ist das Winternotprogramm?

01.11.2018 07:00 Uhr
NDR 90,3

Hamburg stellt in der kalten Jahreszeit zusätzliche Schlafplätze für Wohnungslose zur Verfügung. Doch wer darf das Angebot nutzen? Und wie werden die Bedürftigen dort untergebracht? Video (02:07 min)

Im diesjährigen Winternotprogramm wurden nach Angaben der Behörde erneut zahlreiche Anregungen der Nachbarschaften berücksichtigt. So gebe es eine erweiterte Öffnungszeit in den Morgenstunden bis 9.30 Uhr und einen Bus-Shuttle zum Standort Kollaustraße. Überall würden verschließbare Schränke angeboten.

Mehr Beratung

Außerdem werde die Sozialberatung verstärkt. "Dadurch können wir immer mehr Menschen erreichen und dabei helfen, das Leben auf der Straße hinter sich zu lassen", sagte Sozialsenatorin Melanie Leonhard (SPD). Im vergangenen Winter fanden 331 Menschen den Weg ins soziale Hilfesystem und leben nun nicht mehr auf der Straße.

Öffnungszeiten umstritten

Um 9.30 Uhr müssen die Obdachlosen die Unterkünfte verlassen. Hilfsorganisationen fordern seit Jahren die Ausweitung des städtischen Programms auf den Tag. Einen entsprechenden Antrag der Fraktion der Linken hat die Bürgerschaft aber auch in diesem Jahr wieder abgelehnt. Die Sozialbehörde verweist stattdessen auf Tagesaufenthaltsstätten.

Viele Menschen aus Osteuropa leben auf der Straße

Nach einer neuen Befragung im Auftrag der Stadt leben rund 2.000 Obdachlose in Hamburg - im Jahr 2009 waren es noch rund 1.000 Menschen ohne festen Wohnsitz gewesen. Rund zwei Drittel von ihnen hat einen ausländischen Pass, die meisten kommen aus Osteuropa sowie Ländern des Baltikums und des Balkans. Offiziell soll die Studie noch vor Jahresende veröffentlicht werden.

Weitere Informationen
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Hilfen für wohnungslose Menschen in Hamburg

Hilfs- und Beratungsangebote für obdachlose Menschen stellt die Stadt Hamburg auf ihrer Internetseite zur Verfügung. extern

Dieses Thema im Programm:

Hamburg Journal | 01.11.2018 | 19:30 Uhr

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